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Fußball

Kommentar: Noch nichts passiert

Weltmeister Deutschland verliert gegen Polen und muss sich Kritik gefallen lassen. Vorne zu harmlos, hinten zu naiv, so die Vorwürfe. Sorgen machen muss man sich aber noch nicht, meint Andreas Sten-Ziemons.

Marco Reus ist verletzt, Mesut Özil auch. Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira, Benedikt Höwedes und Mario Gomez ebenso - dazu (schon seit Monaten) Ilkay Gündogan. Philipp Lahm, Per Mertesacker und Miroslav Klose sind im Sommer zurückgetreten. Wer gedacht hatte, die deutsche Nationalmannschaft würde ihren Lauf von der WM auch in der EM-Qualifikation trotz der vielen fehlenden Spieler nahtlos fortsetzen, ist genauso naiv, wie sich die jungen deutschen Außenverteidiger in Warschau möglicherweise in manchen Situationen gegen Polens Angreifer angestellt haben.

Andreas Sten-Ziemons (Foto: DW)

Andreas Sten-Ziemons

Natürlich sahen Dortmunds Erik Durm und der Stuttgarter Antonio Rüdiger - der normalerweise gar nicht auf der Außenverteidigerposition spielt - nicht in jeder Situation gut aus, aber schlecht war ihr Spiel und das Spiel der deutschen Elf insgesamt beileibe nicht. Es hätte genauso gut auch mit 2:0 für Deutschland enden können. Die Chancen waren da, es fehlten halt am Ende immer ein paar Zentimeter zum Erfolg. Auf der anderen Seite machte Polen aus wenigen Tormöglichkeiten zwei Treffer. Es gibt solche Tage, so ist der Fußball.

Erfahrung sammeln - besser werden

Wichtig ist bei der ersten Niederlage gegen Polen in der deutschen Nationalmannschaftsgeschichte lediglich, dass alle Beteiligten aus den gemachten Erfahrungen lernen. Spiele wie das gegen Polen sind für die Entwicklung junger Spieler wie Durm und Rüdiger sehr wichtig. Was sie hier lernen, hilft ihnen später in Partien, in denen es wirklich um die Wurst geht, extrem weiter. Joachim Löw sollte sie daher auch in Zukunft ohne Bedenken wieder aufstellen.

Gegen Polen kann man mal verlieren - zumal wenn so viele Stammkräfte fehlen. Die EURO 2016 in Frankreich wird Deutschland dank seiner Klasse und der niedrigen Qualifikationshürden auch so locker erreichen. Zeit für tiefere Sorgenfalten auf der Stirn ist erst dann, wenn auch das Spiel gegen Irland am Dienstag nicht gewonnen wird.

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