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Aktuell Amerika

Kolumbien: FARC legt Stromnetz lahm

Schwere Sabotage in Kolumbien: Nach einem Bombenangriff auf eine Hochspannungsleitung ist die Hafenstadt Buenaventura von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Armee legt die Tat der linken Rebellengruppe FARC zur Last.

Nach einer mutmaßlichen Attacke der linksgerichteten FARC-Guerilla ist in der kolumbianischen Küstenstadt Buenaventura die Stromversorgung für rund 400.000 Menschen ausgefallen. Für die Stadt im Westen des Landes gebe es keine Elektrizität mehr, teilte der Energieversorger EPSA mit. Die Behörden erklärten, nach Berichten über zwei Explosionen habe ein Erkundungsflug des Militärs ergeben, dass ein wichtiges Elektrizitätswerk 27 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt zerstört sei. Armeevertreter machten FARC-Rebellen dafür verantwortlich. Konteradmiral Ernesto Durán sagte, FARC-Kämpfer hätten einen Strommast gesprengt.

Buenaventura ist Kolumbiens größter und wichtigster Hafen. Über ihn läuft ein Großteil des Handels des südamerikanischen Landes. Wann die Einwohner der Großstadt an der Pazifikküste wieder Strom haben werden, ist ungewiss. Vor den Reparaturarbeiten müssten Soldaten das Gelände sichern, da die Aufständischen ihre Tatorte häufig verminten, sagte Durán.

Friedensgespräche in Kuba

Die FARC und die Regierung in Bogotá führen seit November 2012 Friedensgespräche. Trotz der laufenden Verhandlungen in Kuba hatten zuletzt die Auseinandersetzungen zwischen den Rebellen und den Streitkräften wieder zugenommen. Nach einer Reihe heftiger Luftangriffe der Streitkräfte auf FARC-Stellungen kündigte die Guerilla ihre seit Dezember geltende, einseitige Waffenruhe vor kurzem wieder auf.

Noch am Sonntag hatten Unterhändler beider Seiten in Havanna erklärt, die aktuelle Gesprächsrunde sei um mehrere Tage verlängert worden. Bis zum Donnerstag solle über die Entschädigung der Opfer des seit Jahrzehnten währenden Konflikts beraten werden.

Erfolge bei Minenräumung?

Und erst am Samstag hatten die Konfliktparteien Fortschritte bei der gemeinsamen Räumung von Anti-Personen-Minen verkündet. Trotz der jüngsten Kämpfe und einer Krise der Friedensverhandlungen definierten beide Seiten ein Gebiet im Bundesstaat Antioquia, in dem Soldaten und Guerilleros im Juni mit der Beseitigung der Minen beginnen sollen, wie der Hörfunksender RCN auf seiner Online-Seite berichtete. Auch Norwegen und Kuba, die die Schirmherrschaft über die Friedensverhandlungen innehaben, begrüßten diese Fortschritte. Kolumbien ist einer der am meisten von Anti-Personen-Minen betroffenen Staaten. Nach offiziellen Angaben gab es durch solche Minen seit 1990 über 11.000 Todesopfer und Schwerverletzte.

Die "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) kämpfen seit 1964 gegen Großgrundbesitzer und die Regierung. Der Konflikt zwischen Guerillagruppen, Armee und rechtsextremen Paramilitärs entzündete sich damals an Konflikten um Land und soziale Ungerechtigkeit. Amtlichen Angaben zufolge wurden im längsten Konflikt Lateinamerikas etwa 220.000 Menschen getötet. Millionen Menschen wurden aus ihren Dörfern vertrieben.

kle/sti (dpa, afp, epd)