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Kultur

Kino zum Lesen: Terrence Malick

Pünktlich zum Start des neuen Films "To the Wonder" des US-Regisseurs Terrence Malick erscheint die erste Monografie über den scheuen Filmemacher.

TERRENCE MALICK - TO THE WONDER USA, 112'

Venedig 69. Filmfestpiele - TO THE WONDER

Terrence Malick ist ein Phänomen. Fotografieren und Filmen lässt er sich nicht. Zu seinen Premieren auf den großen Festivals der Welt erscheint er niemals. Interviews gibt er kaum. Und falls irgendein findiger Journalist ihn doch einmal aufspürt und einen kleinen Handy-Film ins Netz stellt, dann verbreitet sich dieser hunderttausendfach im Internet. Hinzu kommt, dass der amerikanische Regisseur seit seinem Debüt 1973 ganze sechs Filme gedreht hat, auf die seine Fans manchmal Jahre warten mussten. Zudem hat der US-Amerikaner Philosophie studiert. Welche ungewöhnliche Vita für einen Filmregisseur aus dem Lande Hollywoods!

So überrascht es nicht, dass die erste deutschsprachige Monografie über Malick auf ein Interview mit dem Regisseur verzichten musste. Als Ersatz haben die Autoren des Buches immerhin seinen langjährigen Production Designer gesprochen, der Auskunft über Malicks Oeuvre gibt. Die beiden österreichischen Filmjournalisten Dominik Kamalzadeh und Michael Pekler umkreisen das schmale Werk der Regisseurs, indem sie sich auf einige, wenige Grundelemente der Filme konzentrieren: Aufbruch zu neuen Ufern, Erzählweisen, Nostalgie, Mehrstimmigkeit. Terrence Malick habe sich, so die Autoren, in seinen Filmen auf die Suche nach dem "verlorenen Paradies" gemacht. Aber: "Nicht die Möglichkeit des Kinos sind für ihn von Interesse, ein seit Jahrhunderten kunsthistorisch vorgeprägtes Naturbild neu zu zeichnen, sondern die Darstellung eines unablässigen Ineinandergreifens von Bewusstsein und Natur." Sein neuer Film "To the Wonder" (unser Bild mit Rachel McAdams und Ben Affleck), der gerade in den deutschen Kinos angelaufen ist, steht in dieser Tradition: Bewusstsein und Natur werden eins. Malick verzichtet immer mehr auf eine linear erzählte Geschichte. Das ist Kino zum Empfinden. Man muss sich darauf einlassen. Das haben die Autoren des Bandes getan.

Dominik Kamalzadeh und Michael Pekler: Terrence Malick, Schüren Verlag 2013, 206 Seiten, ISBN 978-3-89472-819-9.

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