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Filme

Kino zum Lesen: Die Regisseure Mamoulian und Borzage

Zwei Vergessene der Filmgeschichte. Was Rouben Mamoulian und Frank Borzage zur frühen Geschichte Hollywoods beigetragen haben, verrät eine neue Doppelmonografie.

Rouben Mamoulian (1897 - 1987), the Georgian-born Hollywood director, who married the famous film actress Greta Garbo.(Photo by General Photographic Agency/Getty Images)

Regisseur - Rouben Mamoulian

Der eine war der erste Filmemacher, der für einen Oscar für die beste Regie ausgezeichnet wurde. Der andere hob das älteste Filmfestival der Welt in Venedig mit aus der Taufe. Und doch: Frank Borzage und Rouben Mamoulian kennen heute nur noch Cineasten. Das ist schade, denn beide waren Meister ihres Fachs, vor allem in der Spätphase der Stummfilmära und in der ersten Hälfte der 30er Jahre, als das Medium Film mit der Einführung des Tons erwachsen wurde. Die Reihe "Film-Konzepte" widmet beiden Regisseuren einen gemeinsamen Band und stellt somit zwei Regisseure vor, die es unbedingt verdient haben wiederentdeckt zu werden.

Mamoulian (unser Bild) hat europäische Wurzeln. In Georgien geboren, kam er erst im Alter von 26 nach Amerika. Das Handwerk hatte er noch auf dem alten Kontinent gelernt. In Hollywood gehörte er in den 30er Jahren zu den innovativsten und erfolgreichsten Regisseuren. "Dr. Jekyll and Mr. Hyde" wurde bei der ersten Ausgabe des Filmfestivals in Venedig 1932 gezeigt und erhielt am Lido den Publikumspreis. Später arbeitete Mamoulian mit Marlene Dietrich und Greta Garbo zusammen und machte sich auch mit Musicals einen Namen.

Auch Frank Borzage feierte erste Erfolge mit stummen Filmen und spielte dann in den 30er Jahren in Hollywood eine wichtige Rolle, weil er die neuen technischen Möglichkeiten des Mediums erkannte und experimentierfreudig war. Seine Filme, vor allem gefühlvolle, sensibel in Szene gesetzte Melodramen, waren Kassenschlager. 1929 erhielt er für "Seventh Heaven" den ersten Oscar der Filmgeschichte für eine herausragende Regieleistung. Sowohl Mamoulian als auch Borzage konnten in späteren Jahrzehnten nicht mehr an diese großen Erfolge anknüpfen.

Warum das so war, und warum beide für ein paar Jahre die Geschichte des Hollywood-Films voranbrachten, erzählen die Autoren des neuen Buches: "Bevor Zensur, reaktionäre politische System, technischer Fortschritt und zunehmend unflexible Genrestandards in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre die Entfaltungsmöglichkeiten einschränkten, konnten Regisseure in Deutschland, Frankreich, Japan, der Sowjetunion, der Tschechoslowakei und den USA innerhalb einer florierenden Filmindustrie ihrer individuellen Handschrift in einem solchen Ausmaß Ausdruck verleihen, wie es selten davor und danach der Fall war", schreiben die Autoren über eine kurze, aber so wichtige Phase der Filmhistorie, in der auch die Karrieren beider Regisseure aufblühten.

Film-Konzepte, Band 27, hrsg. von Thomas Koebner und Fabienne Liptay, Gastherausgeber des Bandes über Mamoulian/Borzage ist Armin Jäger, Verlag edition text + kritik, 144 Seiten, ISBN 978-3-86916-205-8.

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