1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

King Kong ganz legal

In der Musikbranche setzt sich der legale Download durch. Jetzt bringt auch die Filmindustrie Internetplattformen zum Herunterladen von Filmen auf den Markt. Damit will sie die Raubkopien im Internet eindämmen.

default

Den Kinofilm King Kong gibt es bald als legalen Download

Als erstes wagt Hollywood den Schritt und bietet einen Service zum legalen Download von Filmen an. Mit dem neuen Internetangebot gehen sechs große Studios gegen die Filmpiraterie in die Offensive. Ab Montag (10.4.) sollen Filme wie "Brokeback Mountain" und "King Kong" als digitalisierte Ausgabe in den USA im Netz verkauft werden.

BdT Hollywood Schild bekommt Anstrich

Hollywood-Studios als Vorreiter

Allerdings können die neuesten Filme zunächst nur herunter geladen und angeschaut werden. Bis auf eine Sicherheitskopie ist das Brennen auf DVD nicht erlaubt. Schließlich wollen sich die Filmstudios das lohnende Geschäft mit dem Video- und DVD-Verkauf nicht vermasseln.

Den neuen Download-Service bieten die Studios Warner Bros., Universal Pictures, Sony Pictures, Paramount Pictures, Twentieth Century Fox und MGM über die zurzeit nur aus den USA erreichbare Webseite www.movielink.com an. Während die neuesten Kinofilme 20 bis 30 Dollar (knapp 25 Euro) kosten, können ältere Titel bereits für 10 bis 20 Dollar (knapp 15 Euro) herunter geladen werden.

Erste deutsche Download-Plattform geht online

Videobox Harry Potter

Harry Potter aus dem Internet

Am Mittwoch (12.4.) startet unter dem Namen "in2movies" auch in Deutschland die erste legale Plattform zum Herunterladen von Filmen. Kinostreifen wie "Batman Begins" oder "Harry Potter" und Fernsehsendungen können dort gegen Gebühr herunter geladen werden. Aktuelle Filme sollen zeitgleich mit der DVD-Veröffentlichung zum legalen Download angeboten werden. Die Dienste für deutschsprachige Länder sind erst der Anfang für die neue Film-Plattform, weitere europäische Länder sollen folgen. Realisiert wird dieser Internetservice durch den US-Filmproduzenten Warner Bros. und die Bertelsmann-Tochter Arvato, die die technische Plattform bereitstellt.

Die Besonderheit der von Arvato entwickelten Download-Plattform liegt darin, dass die Daten nicht nur von zentralen Servern heruntergeladen werden können, sondern zum Teil auch von Computern anderer Nutzer, die den entsprechenden Film ebenfalls gekauft haben. Damit wird das so genannte "Peer-to-Peer" Prinzip genutzt, bei dem zwei Computer im Netz miteinander kommunizieren. Sie können dabei gleichberechtigt sowohl Dienste in Anspruch nehmen als auch zur Verfügung stellen. Für einen legalen und schnellen Download können mehrere Rechner als Quelle dienen.

Milliardenverlust durch Raubkopien

Kriminalität im Internet

Die Filmpiratrie sorgt für herbe Verluste in der Branche

Was die Musikbranche seit mehreren Jahren erlebt, nimmt jetzt durch neue Techniken und Zugangsmöglichkeiten auch im Filmbereich immer größere Ausmaße an. So war es früher wegen des großen Datenvolumens kaum möglich, Leinwandstreifen vom Internet herunter zu laden. In Zeiten von Breitbandtechnologie und Flatrate lassen sich jedoch riesige Datenpakete ohne weiteres transportieren. Der Nachteil: die Anzahl illegaler Filmkopien und Downloads ist drastisch gestiegen. Nach Berechnungen der deutschen Filmwirtschaft und deren Dachorganisation "Zukunft Kino Marketing" (ZKM) belief sich der Schaden für die Filmbranche 2004 auf mehr als eine Milliarde Euro. Für den Staat lassen sich die Steuerverluste durch Raubkopien auf 124 Millionen Euro schätzen.

Auch die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) verzeichnet seit der Einführung neuer Technologien einen rasanten Anstieg der Internetpiraterie. Laut GVU wurden im vergangenen Jahr über 2.500 Verfahren gegen Raubkopierer eingeleitet, wovon etwa 2.000 den Filmklau betrafen. Im Schnitt fänden in Anwesenheit der Gesellschaft täglich sieben Durchsuchungen wegen des Verdachts auf Datenklau statt, so die GVU.

Kinos leiden unter Download-Boom

Kino - Film

Immer weniger Besucher in deutschen Kinos

Nach einer Studie der deutschen Filmförderungsanstalt (FFA) haben im ersten Halbjahr 2005 1,7 Millionen Internetnutzer knapp zwölf Millionen Filme herunter geladen. Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch sie sehen den Grund für den Anstieg in den immer schnelleren Internetverbindungen. Die Möglichkeit, aktuelle Kinofilme als Raubkopie herunter zu laden und auf DVD zu brennen, hat zu einer großen Verhaltensänderung bei den Kinogängern und Videokäufern geführt. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die die FFA und die deutsche Musikindustrie bei der Gesellschaft für Konsumforschung in Auftrag gegeben haben. Mit nur noch rund 127 Millionen Besuchern verbuchte die Kinobranche in Deutschland im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von knapp 17 Prozent auf 745 Millionen Euro. Dennoch sieht die FFA diese Abnahme auch im Zusammenhang mit der allgemeinen Konsumzurückhaltung der Bevölkerung.

Vorbild Musikindustrie

BdT: Robby Williams, einziges Konzert heute, 09.10 in Berlin

Legaler Musikdownload boomt

Als die Idee aufkam, für den Download von Musikstücken zu zahlen, konnte sich noch keiner vorstellen, dass dies angesichts der Übermacht illegaler Tauschbörsen wirklich Erfolg haben würde. Inzwischen laufen über den iTunes Music Store des Apple-Konzerns 80 Prozent der legalen Musikdownloads in den USA. Diese Entwicklung verhinderte einen noch größeren Umsatz-Einbruch der amerikanischen Musikindustrie. Zwar werden immer noch 95 Prozent aller Musiktitel auf CD gekauft. Doch die Downloads legen zu: 333 Millionen Songs luden sich die Amerikaner 2005 auf ihre Computer - mehr als doppelt soviel wie im Jahr zuvor.

Auch in Deutschland hat sich der Musikverkauf per Internet mittlerweile etabliert. Mit mehr als 35 Millionen herunter geladenen Titeln im Jahr 2005 ist der Musikdownload inzwischen zu einem stabilen Umsatzfaktor der Musikindustrie geworden. Dennoch musste die Branche wieder ein Umsatzminus um 6,5 Prozent zum Vorjahr verkraften. Trotz der Zunahme legaler Downloads und härterer Gesetze machen ihr das millionenfache Kopieren von CDs und DVDs sowie kostenlose Internetangebote anscheinend immer noch zu schaffen.

Grundsätzlich wären nach Angabe der FFA von 1,7 Millionen Personen in Deutschland fast drei Viertel zur Nutzung einer kostenpflichtigen Plattform für das Herunterladen von Filmen bereit. Fraglich bleibt aber, inwieweit der Internetnutzer tatsächlich von diesem Angebot Gebrauch machen wird. Der Anreiz wird sich in Grenzen halten, falls der Preis, wie angekündigt in Höhe des DVD-Verkaufspreises liegen sollte.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links