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Aktuell Welt

Kinderpornos auf Computer von Erzbischof

Ermittler haben tausende Kinderpornos beim ehemaligen vatikanischen Botschafter Wesolowski gefunden. Der Vatikan geht zudem gegen einen weiteren Bischof vor, der Kindesmissbrauch vertuscht haben soll.

Auf dem Computer des ehemaligen vatikanischen Botschafters Josef Wesolowski (Artikelbild) sollen Ermittler nach einem italienischen Medienbericht 86.000 kinderpornografische Fotos gefunden haben. Wie die Tageszeitung "Corriere della Sera" berichtete, seien zudem 130 Videos von Kindern in erotischen Posen auf dem vatikaneigenen Dienstcomputer in der Nuntiatur in der Dominikanischen Republik nachgewiesen worden. Der 66-jährige polnische Geistliche soll laut dem Bericht intensive Kontakte zur Kinderpornografie-Szene gehabt haben.

Es drohen sieben Jahre Haft

Wesolowski war am Dienstag vom Vatikan unter Hausarrest gestellt worden. Der vatikanische Staatsanwalt wirft ihm sexuellen Missbrauch und den Besitz kinderpornografischen Materials vor. Wesolowski soll als Nuntius in der Dominikanischen Republik Minderjährige für sexuelle Handlungen bezahlt haben. Als vatikanischer Staatsbürger muss sich der polnische Geistliche in den kommenden Monaten vor dem Gericht des Vatikanstaats verantworten. Ihm drohen bis zu sieben Jahre Haft.

Weiter berichtete der "Corriere della Sera", Ermittlungen gegen Wesolowski seien auch in anderen Ländern aufgenommen worden, in denen er früher als Diplomat des Heiligen Stuhls gewirkt habe. Er war zuvor in Kasachstan und weiteren Kaukasusrepubliken sowie in Bolivien tätig. Zudem bestehe der Verdacht, dass Wesolowski bislang unbekannte Komplizen habe.

Geistlicher in Paraguay abgesetzt

Papst Franziskus setzt unterdessen seine energische Gangart gegen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche fort und ordnet die Absetzung eines weiteren Kirchenoberen in Paraguay an. Die Entscheidung, den Bischof von Ciudad del Este, Rogelio Ricardo Livieres Plano, abzusetzen, habe "seelsorgerische Gründe" und solle die Einheit der Kirche im südamerikanischen Staat bewahren.

Livieres Plano, der dem erzkatholischen Orden Opus Dei angehört, war vorgeworfen worden, seinen mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierten Generalvikar Carlos Urrutigoity geschützt zu haben. Der aus Argentinien stammende Generalvikar soll während eines Aufenthalts in den USA junge Seminaristen sexuell missbraucht haben. Der Vatikan hatte im Juli eine Delegation zur Untersuchung des Konflikts nach Paraguay entsandt.

cr/pg (epd, dpa)