1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

Missbrauch: Vatikan stellt Ex-Bischof unter Hausarrest

Der ehemalige polnische Bischof Josef Wesolowski soll Kinder in der Dominikanischen Republik missbraucht haben. Papst Franziskus will, dass dem früheren vatikanischen Botschafter zügig der Prozess gemacht wird.

Josef Wesolowski (Foto: Getty)

Josef Wesolowski

Der vatikanische Pressesprecher legte Wert darauf zu betonen, dass es sich um den ausdrücklichen Willen von Papst Franziskus handele, einen derart schwerwiegenden Fall ohne Verzögerungen und mit der notwendigen Strenge zu verfolgen. Angesichts des Ausmaßes der Ex-Erzbischof Josef Wesolowski zur Last gelegten Vergehen habe der Staatsanwalt den Hausarrest angeordnet, führte Federico Lombardi weiter aus.

Wesolowski ist der erste hochrangige Kirchenvertreter, der sich wegen Missbrauchsvorwürfen in einem Strafverfahren vor einem vatikanischen Gericht verantworten muss. Er soll sieben Kinder in kirchlichen Einrichtungen der Dominikanischen Republik regelmäßig sexuell missbraucht haben.

Auch polnische Justiz ermittelt

Der Vatikan hatte eine Auslieferung des 66-Jährigen an die polnische Justiz abgelehnt, die ebenfalls Ermittlungen eingeleitet hatte. Im vergangenen Jahr musste er seinen Posten in der Karibik räumen. Im Juni wurde er in den Laienstand zurückversetzt. Seinen Aufenthaltsort im Vatikan darf er nur unter Auflagen verlassen. Wegen seines Gesundheitszustands verzichtet die vatikanische Justiz offenbar darauf, ihn in Untersuchungshaft zu nehmen.

Franziskus will hart durchgreifen

Papst Franziskus hatte bei seinem Amtsantritt angekündigt, hart gegen sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche vorgehen zu wollen. Anfang Juli traf er sich erstmals mit Opfern und bat sie dabei demütig um Vergebung "für diese Sünden und schweren Verbrechen". Die katholische Kirche war vom Skandal um jahrzehntelangen Missbrauch an Heranwachsenden in zahlreichen Ländern massiv erschüttert worden.

Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. hatte sich insgesamt fünfmal mit Menschen getroffen, die in katholischen Kirchen und Einrichtungen sexuell missbraucht worden waren, so in den USA und in Deutschland.

uh/wa (dpa,kna)