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Filme

Kinder und Krieg: "Lore"

Wie gehen Kinder und Jugendliche mit den Wirren des Krieges um? Und wie stellen sie sich zu den Ideologien ihrer Eltern? "Lore" erzählt das aus dem Blickwinkel einer Heranwachsenden.

Nicht schon wieder ein Film über den Nationalsozialismus, haben manche Zuschauer sicher gedacht, als "Lore" Ende vergangenen Jahres in die deutschen Kinos kam. Doch die australisch-deutsch-britische Co-Produktion geht dramaturgische und ästhetische Wege, die man so noch nicht im Kino gesehen hat: Die heranwachsende Lore ist plötzlich mit ihren jüngeren Geschwistern auf sich allein gestellt. Der Zweite Weltkrieg ist gerade zu Ende. Es ist eine Zwischenzeit, man will noch nicht so recht an die Niederlage der Deutschen glauben, die Alliierten haben das Kommando im Land der Besiegten noch nicht übernommen. Es herrscht Chaos in Deutschland.

Lore entstammt einem Elternhaus, in dem die Mutter eine glühende Verehrerin Hitlers war, der Vater Soldat. Beide sind nun verschwunden. Lore ist auf sich allein gestellt und muss zudem eine verängstigte Kinderschar führen. Sie irrt durch Deutschland. Irgendwo im Norden des Landes wohnt noch die Großmutter. Auf ihrer mühseligen Reise dorthin wird das Mädchen zur Erwachsenen. Sie begegnet einem Land, das in Schutt und Asche liegt, aber auch ihrem Innersten. Lore muss erkennen, dass die eigenen Eltern auf einem Irrweg waren. Die australische Regisseurin Cate Shortland bleibt ganz dicht bei ihren Figuren und entwirft traumhaft-lyrische Bilder. So ist "Lore" nicht die erneute Version eines deutschen Nazi-Vergangenheit-Bewältigungsfilms, sondern eine aufregende Reise in die Psyche eines jungen Menschen in einer schwierigen Situation. Das hat auch der Deutschen Film-Akademie gefallen. Sie zeichnete 2013 "Lore" mit dem Deutschen Filmpreis in Bronze aus.

Cate Shortland: Lore, Deutschland/Australien/GB 2012, mit Saskia Rosendahl, Kai Malina, Ursula Lardi, Hans-Jochen Wagner u.a., 109 Minuten, als DVD und BluRay bei Piffl Medien/good! Movies erschienen.

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