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Aktuell Europa

Kiew dreht den Geldhahn zu

Während auf der Krim die pro-russischen Sicherheitskräfte immer mehr dominieren, will sich die Übergangsregierung in Kiew in keinem Fall unterkriegen lassen. Das bekräftigte erneut Ukraines Ministerpräsident Jazenjuk.

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Tauziehen um Krim geht weiter

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hat den Anspruch seines Landes auf territoriale Unversehrtheit einschließlich der Halbinsel Krim bekräftigt. Die Ukraine werde "keinen Zentimeter ihres Gebiets aufgeben", sagte Jazenjuk bei einer Kundgebung in Kiew. Der ukrainische Regierungschef wies Gebietsansprüche Russlands zurück, dessen Einheiten die Krim faktisch kontrollieren. Anlass der Kundgebung war der 200. Jahrestag des Geburtstags des ukrainischen Nationalhelden Taras Schewtschenko. "Das ist unser Land, wir werden keinen Zentimeter davon aufgeben", sagte Jazenjuk. "Das sollen Russland und sein Präsident wissen."

Im erbitterten Streit um die Krim hat die neue pro-westliche Regierung in Kiew der moskautreuen Führung der Halbinsel den Geldhahn zugedreht. Wegen einer Sperrung der Bankkonten könne das Autonome Gebiet laufende Geschäfte nicht mehr finanzieren, sagte Krim-Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew in Simferopol. Die Führung habe sich bereits an Moskau gewandt, um bei russischen Banken Konten zu eröffnen. Die Halbinsel werde sowieso die russische Währung Rubel einführen, sollte die Mehrheit der Krim-Bevölkerung am kommenden Sonntag, den 16. März - wie erwartet - für einen Beitritt zu Russland stimmen, sagte Temirgalijew.

"Spiegel": Truppen auf der Krim sind Russen

Auf der Krim sind tausende bewaffnete und uniformierte Männer im Einsatz, die offensichtlich aus Russland stammen, aber keine Hoheitsabzeichen tragen.

pro-russische Truppen vor einem Kasernentor (Foto: Itar-Tass)

Die pro-russischen Truppen bringen immer mehr ukrainische Grenzposten unter ihre Kontrolle

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" sind die Soldaten auf der Krim tatsächlich von Russland geschickt worden. Sicherheitsexperten mehrerer NATO-Staaten könnten belegen, dass seit dem Beginn der Krise mindestens 2000 russische Soldaten von ihren Stützpunkten auf die ukrainische Halbinsel geflogen worden seien, berichtet das Nachrichtenmagazin. Russische Kräfte hätten zuvor die Flughäfen der Krim besetzt. Schätzungen, die bei der NATO zirkulierten, gingen von noch höheren Zahlen aus, schreibt das Blatt weiter. So sei die Rede von insgesamt 6000 zusätzlichen russischen Soldaten, die Moskau auf die Krim beordert habe. Russland bestreitet bislang, eigene Truppen auf die Schwarzmeerhalbinsel gebracht zu haben.

Nach Angaben des ukrainischen Außenministeriums haben die pro-russischen Truppen einen weiteren Posten der ukrainischen Grenztruppen auf der Krim übernommen. Mindestens 30 bewaffnete Männer in Uniformen ohne Hoheitsabzeichen seien in einen Stützpunkt im Westen der Halbinsel eingedrungen und hätten Technik zerstört. Erst am Samstag hatten russische Soldaten ukrainischen Angaben zufolge einen Außenposten im Osten der Insel übernommen und die dortigen Soldaten vertrieben. Demnach sollen sie nun insgesamt elf Grenzposten auf der Krim kontrollieren.

Ukrainische Fernsehsender auf der Krim abgeschaltet

Die "Sicherheitskräfte" sollen in den vergangenen Tagen immer wieder Journalisten verprügelt haben. Einem Team der Nachrichtenagentur AP wurde nach eigenen Aussagen die technische Ausrüstung abgenommen. Die Ausstrahlung des Programms ukrainischer Fernsehsender sowie des einzigen unabhängigen Senders auf der Krim wurde auf der Halbinsel am Samstag eingestellt. Stattdessen sind auf den Frequenzen nun russische Sender zu empfangen.

Die Partei Udar (Schlag) von Ex-Boxchampion Vitali Klitschko forderte die Schließung der ukrainischen Grenze mit Russland sowie eine Sperrung des Luftraums der Ex-Sowjetrepublik. Die Führung in Kiew müsse verhindern, dass "Provokateure" aus Russland ihre "Aggression" fortsetzen könnten, hieß es in einer Mitteilung.

as/gmf (afp, rtr, dpa, ap)

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