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Sport

Kerber, Williams und die Mission

Die DFB-Elf steht nicht im Finale. Angelique Kerber aber. Beim ältesten Tennisturnier der Welt trifft die deutsche Tennisspielerin im Endspiel auf die Beste der Branche. Beide haben dabei einen Auftrag zu erfüllen.

Vergleiche, Zahlen, Erinnerungen - damit arbeiten Journalisten gerne. Beim Damen-Finale von Wimbledon am Sonntag bietet sich das geradezu an. 1996 war es, da hat mit Steffi Graf die letzte deutsche Tennisspielerin das legendäre Rasenturnier gewonnen. Diese Steffi-Graf-Gedächtnis-Karte wurde schon vor drei Jahren hervorgezogen: Damals stand nämlich Sabine Lisicki im Endspiel. Allerdings verlor sie - gegen die Französin Marion Bartoli.

Diesmal bietet sich die Gedächtnis-Karte noch besser an. Zum einen, weil sich Steffi Grafs letzter Wimbledonsieg zum 20. Mal jährt. Und die Gegnerin der deutschen Nummer eins Angelique Kerber heißt: Serena Williams. Sie würde mit dem Gewinn ihres 22. Grand-Slam-Titels mit eben ja, Steffi Graf, gleichziehen. Angelique Kerber hat das schon einmal verhindert.

Treffen mit dem Idol

Wimbledon Championships 2016 - Venus Williams vs. Angelique Kerber

Kerber: erstmals im Wimbledon-Finale

Mit ihrem sensationellem Triumph vor einem halben Jahr bei den Australian Open. So wirklich hatte keiner mit dieser Sensation gerechnet. Doch Angelique Kerber überraschte alle - auch Gegnerin und Serien-Siegerin Serena Williams. Bei den French Open rettete die spanische Top-Ten-Spielerin Garbiñe Muguruza mit ihrem Triumph über die US-Amerikanerin den Rekord Steffi Grafs.

Jetzt muss eben wieder Angelique Kerber ran. Und die wird sich wirklich bemühen. Denn schließlich ist es Steffi Graf selbst gewesen, wie die derzeit beste deutsche Spielerin sagt, die ihr letztlich die Siegermentalität beigebracht hat. Angefangen hatte alles im Frühjahr 2015.

"Sie hat meine Zweifel zerstreut"

Angelique Kerber schrieb eine Email an ihr Vorbild: "Sie hatte mir häufig gesagt, dass ich bei ihr immer willkommen bin. Dass sie mir helfen würde", so Kerber. Graf hielt Wort. Kerber verlegte im vergangenen Jahr eine Woche vor Beginn der US-Tour ihr Training nach Las Vegas. Und Steffi Graf, die nur zehn Autominuten vom Trainingszentrum entfernt lebt, verpasste kein Training der Deutschen.

Insgesamt acht Tage arbeitete die 22-fache Grand-Slam-Siegerin intensiv mit Kerber zusammen: Trainingsanalyse, Taktiktipps und lange Gespräche. "Auch wenn die Ergebnisse zunächst ausblieben, spürte ich, dass es mir unglaublich viel gegeben hatte", meint Kerber rückblickend. "Ich habe auf dem Trip viel gelernt, und es ist einfach etwas ganz Besonderes, wenn man eine Steffi nebendran hat und die Steffi dir was sagt. Sie hat meine Zweifel zerstreut."

Keine Fragen bitte!

Natürlich ist es für Angelique Kerber ein Traum, im Finale des ältesten Tennisturniers der Welt zu stehen. "Ich weiß noch, dass ich Wimbledon im Fernsehen geschaut habe, dass alle in Weiß gespielt haben. Das wurde auch von außen immer als etwas Besonderes wahrgenommen." Während Angelique Kerber also ihren ersten Wimbledon-Finaleinzug genießt, steht Serena Williams unter Druck.

London Serena Williams

S. Williams: zum neunten Mal im Wimbledon-Endspiel

Beim "Heim"-Grand Slam, den US Open, im vergangenen Jahr flog sie im Halbfinale raus, die letzten zwei Grand-Slam-Finals verlor sie. Seit genau einem Jahr, seit ihrem Triumph in Wimbledon, wird die 34-Jährige nun gefragt, wann sie endlich die Steffi-Graf-Bestmarke einstellen wird. Antworten dazu gibt sie gar nicht mehr. Ihr Tweet sagt alles dazu.

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