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Deutschland

"Keinen Bock auf Nazis und Rassisten"

Zahlreiche Verbände haben in Deutschland gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Viele Menschen unterbrachen ihre Arbeit und ließen aus Protest gegen rechte Gewalt schwarze Luftballons in die Luft steigen.

Ob auf Schulhöfen, am Arbeitsplatz oder der Wohnungssuche - Rassismus ist auch in Deutschland Alltag. Anlässlich des UN-Tags gegen Rassismus hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), zum verstärkten Einsatz gegen Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Extremismus aufgerufen. "Die menschenverachtende Mordserie der Zwickauer Terrorzelle hat uns auf dramatische Weise gezeigt, wozu Rassismus führen kann, sagte sie in Berlin. Es gelte, Rassisten und Extremisten ein deutliches Stoppschild entgegenzusetzen!

Unter dem Motto "Es ist fünf vor Zwölf" wurde bundesweit für fünf Minuten auf Straßen und Plätzen gegen Rassismus und Diskriminierung protestiert. Zu den Aktionen hatten die Türkische Gemeinde in Deutschland und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) aufgerufen. Dem Aufruf, vor die Tür zu gehen und ein Zeichen zu setzen, hatten sich zahlreiche andere zivilgesellschaftliche Gruppierungen und Verbände angeschlossen, darunter Kirchen, Gewerkschaften, Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen, der Deutsche Kulturrat sowie verschiedene Unterverbände von SPD, Grünen und Linken oder der Zentralrat der Juden.

Kultur des Hinsehens und des Nichtwegduckens gefordert

Politik und Gesellschaft dürften in ihrem Einsatz gegen Neonazis, Extremisten und andere Feinde der Demokratie nicht nachlassen, forderte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann. Ähnlich äußerte sich der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Gegenüber rassistischen Sprüchen, Pöbeleien oder Angriffen gebe es "null Toleranz". Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) mahnte, Rassismus und Diskriminierung würden schon im Alltag beginnen. "Schon ein angeblicher Scherz verletzt manchmal einen anderen Menschen", sagte er.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) gab in einer Berliner Berufsschule den Startschuss für die Initiative "Gesicht zeigen!". Unter dem Motto "Wir müssen reden. Über Nazis!" wollen in den kommenden Monaten bundesweit Prominente mit Schülern über Rechtsextremismus diskutieren.

Der 21. März wurde 1966 von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag gegen Rassismus ausgerufen. Im Jahre 1960 hatten an diesem Tag Polizisten im südafrikanischen Township Sharpeville 69 Demonstranten niedergeschossen, die friedlich gegen die Apartheidgesetze demonstriert hatten.

hf/rb (dpa, epd)

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