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Politik

Keine Ruhe in Nahost

Selbstmordattentat, Artilleriebeschuss, Entführung, Schießerei in der Nähe des Hauses von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas: Israel und die Palästinenser-Gebiete kommen nicht zur Ruhe.

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Panik in Gaza-Stadt

Ein Selbstmordattentäter hat sich am Donnerstag (29.12.2005) an einem Kontrollposten im Westjordanland in die Luft gesprengt und drei Menschen mit in den Tod gerissen.

Nach israelischen Militärangaben war der Kontrollposten bei Tulkarem erst unmittelbar vor der Tat errichtet worden, weil die Streitkräfte Informationen über einen geplanten Selbstmordanschlag erhalten hatten.

Attentat per Taxi

Der palästinensische Extremist sei mit einem Taxi in Richtung Israel unterwegs gewesen, sagte ein Militärsprecher. Als ein Wachposten den Wagen gestoppt habe, seien drei Personen ausgestiegen. Ein Mann habe sich geweigert, seinen Mantel abzulegen, sei auf die Soldatengruppe zugegangen und habe den Sprengsatz gezündet. Neben dem israelischen Soldaten wurden der Taxifahrer und ein Komplize getötet. Sieben weitere Palästinenser wurden verletzt. Der Fernsehsender Al Arabija berichtete, die militante palästinensische Gruppe Islamischer Dschihad habe sich zu dem Anschlag bekannt. Auch der israelische Vizeverteidigungsminister Sejev Boim bezichtigte die Gruppe der Tat. Die Führung der Organisation habe von Damaskus aus eine Zelle im Westjordanland mit dem Anschlag beauftragt. "Ihre Bemühungen, Selbstmordattentäter nach Israel einzuschleusen, gehen unvermindert fort", sagte Boim im israelischen Rundfunk.

Eine Schießerei in der Nähe des Hauses von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas in Gaza-Stadt hat am Donnerstag Panik ausgelöst. Den Sicherheitskräften zufolge ereignete sich der Vorfall während einer Trauerfeier für einen Polizisten, der bei Auseinandersetzungen mit einem örtlichen Clan ums Leben gekommen war. Verwandte des Toten schossen auf die Polizeiwache nahe dem Haus von Abbas. Sie beschuldigen dessen Regierung der Untätigkeit. Polizisten in der Station erwiderten das Feuer. Angaben über Opfer gab es nicht. Abbas war zum Zeitpunkt des Vorfalls in Jordanien.

Keine Spur von entführten Briten

Von drei am Mittwoch (28.12.2005) im Süden des Gazastreifens entführten Briten fehlte am Donnerstag weiter jede Spur. Palästinensische Sicherheitskräfte errichteten zahlreiche Straßensperren, um die Geiselnehmer möglicherweise zu stoppen. Eine 25-jährige Mitarbeiterin der Hilfsorganisation Mesan war am Vortag mit ihren Eltern gekidnappt worden. Immer wieder werden im Gazastreifen Ausländer verschleppt, in den meisten Fällen wollen die Geiselnehmer Arbeitsplätze bei der Autonomiebehörde oder den Sicherheitskräften erpressen. Bislang sind alle Geiseln unversehrt freigekommen.

Die israelischen Streitkräfte setzten derweil den Beschuss einer so genannten Sperrzone im Norden des Gazastreifens fort. Vizeministerpräsident Ehud Olmert stellte klar, dass es für die Militäroperation zur Durchsetzung der Sperrzone keine Zeitbegrenzung gebe. Bei Artilleriebeschuss auf das rund 16 Quadratkilometer große Gebiet an der Grenze zu Israel wurden am Mittwoch zwei Palästinenser verletzt. Am Donnerstag feuerten Panzer erneut in den Geländestreifen. Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht Straßen, die von militanten Palästinensern vor Raketenangriffen genutzt wurden. (sams)

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