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Fußball

Kein Spiel wie jedes andere

Der FC Bayern steht vor einem weiteren Rekord, Hannover und Braunschweig vor einer historischen Partie: Das letzte "echte" Niedersachsen-Derby liegt 37 Jahre zurück. Die Brisanz des Duells ist gewaltig.

Braunschweigs Wolfgang Frank (2.v.r) spielt am 17.04.1976 in Hannover zusammen mit Danilo Popivoda (l) gegen die Hannoveraner Peter Anders (2.v.l.) und Hans-Herbert Blumenthal (r). Das letzte Derby in der 1. Bundesliga zwischen Hannover und Braunschweig fand vor 37 Jahren statt. (Foto: Fritz Rust/dpa)

Das letzte Derby: Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig im Jahre 1976

"Peine Ost" gegen "Peine West", oder "95 plus eins" gegen Braunschweig: Nach 37 Jahren findet in Hannover das erste "echte" Niedersachsen-Derby der Bundesliga statt. Die Tickets waren innerhalb einer Stunde ausverkauft. Doch seit Wochen steht nicht mehr der Fußball im Mittelpunkt, sondern die gemeinsame Gewalt-Prävention. Wenn am Freitagabend (08.11.2013, 20:30 Uhr MEZ) die Partie zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig den 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga eröffnet, rechnet die Polizei mit dem Schlimmsten. "Schalke gegen Dortmund ist dagegen Kleinkram", lässt der Hannoveraner Einsatzleiter Guido von Cyrson verlauten. Denn das "echte" Niedersachsenderby gilt als Hochsicherheitsspiel. Das heißt: Kein Alkohol im Stadion, mehr Ordner in der Arena und leere Blöcke um den Braunschweiger Fanbereich als "Puffer".

Seit Monaten gibt es Hinweise aus der Hooliganszene, die schlimme Auseinandersetzungen befürchten lassen. Die sieben Hundertschaften aus Niedersachsen werden daher mit Kollegen aus Bremen verstärkt. Die Partie war sogar auf Wunsch der Polizei auf den Freitagabend gelegt worden, damit genügend Beamte zur Verfügung stehen.

Braunschweig kommt mit Selbstbewustsein

Dass der Tabellen-Elfte das Schlusslicht empfängt, spielt dabei nur noch eine Nebenrolle. Sportlich stehen die Braunschweiger zwar noch immer am Tabellenende, doch der triumphale 1:0-Erfolg über Bayer Leverkusen hat das Selbstvertrauen gestärkt. "Wichtig ist vor allem, dass meine Spieler einen kühlen Kopf bewahren", sagte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht. Hannover hat nur einen Punkt aus den letzten fünf Bundesligaspielen gesammelt. "Wir brauchen diesen Sieg unbedingt", machte deswegen auch Trainer Mirko Slomka klar. Die Brisanz des Derbys war 96-Manager Dirk Dufner gar nicht bewusst. "Wenn man es positiv sehen will, ist es Derby-Folklore, wenn man es negativ sieht, ist es völliger Blödsinn und einfach nur geschmacklos. Das ist einfach zu viel."

Ein Hausschwein, dem von Unbekannten ein Hannover 96 Fanschal umgebunden und das mit den Zahlen 1 und einer 96 bemalt wurde, streift am 07.11.2013 durch eine Polizeiwache in Hannover. (Foto: Christian Elsner/dpa)

Da steht ein Schwein auf dem Flur - fragwürdige Fanaktion

Anhänger beider Vereine hatten in den letzten Wochen für fragwürdige Aktionen gesorgt. So hatten sie in Braunschweig und Umgebung gelbe Holzkreuze mit der Aufschrift "B.T.S.V." (Braunschweiger Turn- und Sportverein) aufgestellt. In Hannover griff die Polizei ein herumirrendes Schwein auf, das um den Hals einen Hannover 96-Schal und auf den Flanken das 96-Logo, sowie die Trikotnummer 1 trug. "Sollte sich die Eins auf Enke beziehen, wäre dies eine unglaubliche Geschmackslosigkeit", sagte ein Polizeisprecher. Der Todestag Robert Enkes, der sich das Leben nahm, jährt sich am Sonntag (10.11.2013) zum vierten Mal.

Die Rivalität der beiden Teams geht auf das 17. Jahrhundert zurück, als die "Löwen-Stadt" an Einfluss verlor und Hannovers Herrscher zu Kurfürsten wurden, erklärte Fanforscher Funter A. Pilz. Noch heikler wurde es, als Braunschweig 1963 Gründungsmitglied der Bundesliga wurde und Hannover nicht berücksichtigt wurde. "Die meisten wissen weder das eine noch das andere", sagte Pilz. "Das Problem ist, dass einige wenige über das Ziel hinausschießen."

Bayern auf Rekordjagd

Auch der Samstag (09.11.2013) hat einiges zu bieten, vielleicht sogar einen weiteren Rekord des FC Bayern München. Denn nun wackelt der des Hamburger SV, der es gemeinsam mit dem FC Bayern München fertig gebracht hat, 36 Bundesliga-Spiele in Folge ohne Niederlage zu bleiben. Den Rekord eingestellt hatten die Bayern am vergangenen Spieltag, gegen den FC Augsburg könnte er nun geknackt werden.

Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller and Mario Mandzukic vom FC Bayern München jubeln. (Foto: Lennart Preiss/Bongarts/Getty Images)

Nur noch ein Spiel bis zum nächsten Rekord

Sehr gute Statistiken fährt in dieser Saison auch Borussia Dortmund ein. Der beste Tabellen-Zweite der Liga tritt auswärts beim VfL Wolfsburg an. "Jeder weiß, dass der VfL Wolfsburg einen außergewöhnlich guten Kader hat", gibt BVB-Trainer Jürgen Klopp zu bedenken. "Das ist nicht nur in der Offensive, aber eben auch da, eine überdurchschnittliche Bundesligamannschaft, die an bestimmten Tagen jeden anderen Gegner schlagen kann. Und dem werden wir uns stellen müssen." Verfolger Bayer Leverkusen bekommt es mit dem Hamburger SV zu tun. Der FC Schalke möchte sich seinen Champions-League-Frust im Heimspiel gegen Werder Bremen von der Seele schießen, und 1899 Hoffenheim trifft auf Hertha BSC.

Borussia Mönchengladbach will seine weiße Heimweste auch gegen den immer noch sieglosen 1. FC Nürnberg behalten, auch wenn Torjäger Max Kruse tief stapelt: "Wir wissen, dass Nürnberg eine gute Mannschaft hat. Natürlich stecken sie ein bisschen in der Krise und stehen unter Druck, aber gerade das kann sie sehr, sehr gefährlich machen. Von daher wird es für uns auch keine leichte Aufgabe." Am Sonntag (10.11.2013) kommt es dann zu den Partien der Europa-League-Starter: Eintracht Frankfurt reist zum FSV Mainz 05, und der SC Freiburg erwartet im baden-württembergischen Derby den VfB Stuttgart.

Alle Partien und die Tabelle des 12. Spieltages im Überblick finden Sie hier.

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