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Fußball

Kein normaler Bundesliga-Spieltag

Für die Fußball-Profis wird es am Wochenende kein einfacher Gang in die Bundesliga-Stadien. Es ist der erste Spieltag nach den Terroranschlägen von Paris und der Absage des Länderspiels in Hannover.

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S04-Coach Breitenreiter: "Mulmiges Gefühl"

Die Fußball-Bundesligisten werden nach den Terroranschlägen von Paris und der Absage des Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden in Hannover alles andere als unbeschwert zum

Anpfiff des 13. Spieltages

antreten. Von Normalität kann bei den allermeisten Spielern und Trainern keine Rede sein. "Ich habe volles Vertrauen in die Sicherheitsmaßnahmen, aber es bleibt ein mulmiges Gefühl", sagt Schalke-Coach Andre Breitenreiter vor dem Topspiel am Samstag (18.30 Uhr MEZ) gegen Bayern München, betont aber: "Ich bin total dafür, dass die Bundesliga stattfindet."

Sportlich lässt sich die Situation kurz und knapp zusammenfassen: In der vergangenen Saison trotzten die "Königsblauen" den Bayern immerhin zwei Mal ein 1:1 ab, weil dem Schalker Benedikt Höwedes jeweils der Ausgleichstreffer gelang. Doch aktuell kommt der deutsche Rekordmeister nach sechs Schalker Pflichtspielen ohne Sieg nicht gerade zum idealen Zeitpunkt nach Gelsenkirchen. Zudem erwiesen sich die Münchener bisher als bärenstark: Sie büßten in der Liga nur beim 0:0 in Frankfurt einen Punkt ein und sind seit 414 Minuten ohne Gegentor. Keine leichte Aufgabe also für das Breitenreiter-Team.

Das Geschehene verarbeiten

Die Torhüter Manuel Neuer (l.) und Ron-Robert Zieler (r.) laufen sich im Training der deutschen Fußball-Nationalmannschaft warm (Foto: Andreas Gebert/dpa Bildfunk)

Die Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler (r.) und Manuel Neuer waren in Paris und Hannover hautnah mit dabei

Doch noch ist der 13. Spieltag nicht angepfiffen. Noch sind die Bilder aus

Paris

und

Hannover

in den Köpfen einfach zu präsent, vor allem bei den zweimal von den Ereignissen betroffenen deutschen Nationalspielern. Wie schwierig es ist, den Weg zurück in die Normalität zu finden, schildert Nationaltorwart Ron-Robert Zieler, der die terroristische Bedrohung an beiden Orten aus der Nähe erlebte: "Ich habe viel mit der Familie und Freunden gesprochen. Ich habe den Eindruck, dass ich mit der Situation gut zurechtkomme und sie gut verarbeitet habe." Da helfe auch die Normalität.

Für Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel ist es noch etwas unwirklich, "über Positionen auf dem Feld in der Videoanalyse" zu sprechen, weil es "tausend wichtigere Dinge auf der Welt als eine Videoanalyse" gebe. Natürlich sei er mit den drei Nationalspielern Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Matthias Ginter über die Vorfälle im Gespräch. "Wir sind dabei und werden nachhören. Aber ich habe da mehr Fragen als Antworten. Deshalb will ich meinen Spielern auch keine Ratschläge geben, sondern nur zuhören."

Den Schrecken der vergangenen Tage gut verkraftet hat wohl Schalkes Jung-Nationalspieler Leroy Sané, der erstmals zum deutschen Aufgebot gehört hatte. "Er hat es komplett verarbeitet. Im Training hatte ich nicht den Eindruck, dass es ihn so beschäftigt, dass er beeinträchtigt ist", versichert Breitenreiter. Auch der niederländische Nationalspieler Bast Dost will sich nicht einschüchtern lassen. "Ich lasse mich nicht von solchen Sachen wie am

Dienstag

ablenken", wird der Stürmer des VfL Wolfsburg in verschiedenen Medien zitiert. "Es ist einfach traurig, dass solche Sachen vorkommen. Aber das Leben geht weiter, am Samstag spielen wir gegen Bremen - darauf haben wir Lust."

Sicherheit geht vor

DFB-Übergangspräsident Reinhard Rauball im Porträt (Foto: picture-alliance/dpa/U. Anspach)

DFB-Übergangspräsident Reinhard Rauball: "Wir dürfen uns vom Terror nicht einschüchtern lassen!"

Die neun Erstligaspiele werden an diesem Wochenende unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. "Wir dürfen uns vom Terror nicht einschüchtern lassen. Und gleichzeitig muss sehr deutlich gemacht werden: Der Schutz von Menschenleben hat höchste Priorität", erklärt Ligapräsident Reinhard Rauball im Interview der "Bild"-Zeitung. Der Übergangspräsident des DFB sieht den Fußball jedoch nicht "im Fokus der Terroristen".

Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies setzt auf die Hilfe der Zuschauer: "Auch alle Fans sind nun gefordert, müssen vor und in den Stadien aufmerksamer sein." So fordern die Gelsenkirchener Polizei und der FC Schalke alle Fanverbände und jeden einzelnen Fußballfan in einer gemeinsamen Mitteilung auf, ein gemeinsames Zeichen gegen Gewalt und für Frieden und Sicherheit zu setzen: "Leben Sie vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse Ihre Fan-Rivalität gewaltfrei und verzichten Sie insbesondere auf das Abbrennen jeglicher Pyrotechnik und das Zünden von Böllern!"

Hamburg macht den Anfang

Auch in den übrigen acht Erstliga-Stadien in Deutschland hat die Sicherheit höchste Priorität. Neben Gelsenkirchen betrifft das die Arenen in Hamburg, Mönchengladbach, Wolfsburg, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Berlin und Ingolstadt.

Den Auftakt auf dem Weg zurück in den Alltag des Profifußballs macht am Freitag die Partie des HSV gegen Borussia Dortmund. Am Samstag treffen dann Borussia Mönchengladbach und Hannover 96, der VfL Wolfsburg und Werder Bremen, der VfB Stuttgart und der FC Augsburg, Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen sowie der 1. FC Köln und Mainz 05 aufeinander. Am Samstagabend steigt dann das besagte Topspiel Schalke gegen Bayern München. Zum Abschluss spielen am Sonntag Hertha BSC und 1899 Hoffenheim und anschließend der FC Ingolstadt 04 und Darmstadt 98 gegeneinander.

Alle Begegnungen des 13. Bundesliga-Spieltags können Sie im DW-Liveticker verfolgen. Los geht es jeweils rund 15 Minuten vor Anpfiff.

ck/bor (dpa)

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