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Sport

Karneval auf dem Eis

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft setzt bei der WM auf das Kölner Publikum. Fast alle Spiele mit deutscher Beteiligung werden in der Domstadt ausgetragen. Nirgends sind die Fans so begeisterungsfähig wie hier.

Luftbild der Lanxess-Arena in Köln (Foto: dpa)

Deutsche Heimspielstätte: die Lanxess-Arena

An einem gibt es in Köln so gut wie nie Mangel: an guter Stimmung. Egal ob im Karneval, beim Sport oder beim Christopher Street Day, fehlenden Humor, Miesepetrigkeit oder gar Lustlosigkeit kann den Kölnern ernsthaft keiner vorwerfen. Besonders deutlich wird das in der sogenannten fünften Jahreszeit, dem Karneval. Zwischen Fettdonnerstag und Aschermittwoch überschwemmen jedes Jahr tausende Touristen die Stadt, um am rheinischen Frohsinn teilzuhaben.

Luftbild vom Kölner Dom (Foto: dpa)

Wahrzeichen Kölner Dom

Rund eine Million Einwohner hat die Stadt, die auf eine 2000-jährige Geschichte zurückblickt. Im Jahr 50 n. Chr. wurde Köln, von den Römern Colonia Claudia Ara Agrippinensium genannt, zur Stadt erhoben. Durch die Jahrhunderte spielte Köln auch im Mittelalter und in der Neuzeit eine wichtige Rolle. Seit dem 4. Jahrhundert ist die Rheinmetropole Bischofssitz und damit auch religiös bedeutend. Seitdem im 12. Jahrhundert die Gebeine der Heiligen drei Könige im Kölner Dom, dem 157 Meter hohen Wahrzeichen Kölns, lagern, ist die Stadt auch ein wichtiger Wallfahrtsort.

Nach dem zweiten Weltkrieg war Köln fast völlig zerstört, eine Tatsache, unter der Ästheten auch heute noch leiden. Bei weitem nicht alle Gebäude wurden nach Kriegsende im alten Stil wieder aufgebaut. Vielerorts wurden die neuen Häuser auf schnelle und praktische Art wieder errichtet, so dass Köln heute oft – sogar in Teilen der historischen Altstadt – ein eher hässliches Bild abgibt. Umso warmherziger und freundlicher sind dagegen seine Bewohner. Nicht umsonst heißt ein Satz über Köln: "Kölle dat is e Jeföhl".

Erst der "FC", dann der "KEC"

Sportlich hat die Stadt sehr viel zu bieten: Hier hat auch die Deutsche Sporthochschule ihren Sitz. Unter anderem im Fußball, Radsport, Basketball, Hockey und Eishockey durften Kölner Sportler große Erfolge feiern. An sportlich erster Stelle aber kommt für den Kölner sein "FC", der 1.FC Köln, Deutscher Meister von 1962, 1964 und 1978. Den "FC" lieben die Kölner so sehr, dass sie ihn trotz der Berg- und Talfahrt des Clubs in den vergangenen zwölf Jahren mit vier Abstiegen und vier Aufstiegen immer noch zur Spitze der Fußball-Bundesliga rechnen und die sportliche Realität darüber manches Mal ausblenden.

Spielszene Kölner Haie (Foto: dpa)

Die Kölner Haie mussten sportlich und finanziell Rückschläge hinnehmen

In der Gunst der Zuschauer gleich hinter dem 1.FC Köln rangiert der Kölner Eishockey-Club. Die Kölner Haie waren schon achtmal in ihrer Vereinsgeschichte Deutscher Meister, kämpfen seit einem Jahr aber um das finanzielle Überleben. Gerade so konnte eine Budget-Lücke von rund 500.000 Euro geschlossen und die drohende Insolvenz abgewendet werden. Auch sportliche Erfolge blieben zuletzt aus: 2009 kam die Mannschaft zum ersten Mal seit 28 Jahren nicht in die Play-Offs. In diesem Jahr war bereits im Vor-Play-Off Schluss. So kam es, dass die Spiele der Haie von immer weniger Fans besucht wurden. In den vergangenen zwei Jahren sank der Zuschauerschnitt von 12.000 auf 9.800.

Unvergessliche Handball-WM

Jubel deutsche Handballer tragen Heiner Brand auf den Schultern (Foto: dpa)

Deutschland feierte in Köln den WM-Titel im Handball

Zur Eishockey-WM werden die Fans aber wieder da sein und die Kölner Lanxess-Arena zum Hexenkessel machen. 18.500 Zuschauer haben dort Platz. Zumal die deutsche Mannschaft Köln zur Heimspielstätte erkoren hat. Abgesehen vom Auftaktmatch gegen die USA (am 7. Mai in der Veltins-Arena auf Schalke) finden alle deutschen Spiele in Köln statt. Auch die Halbfinals, sowie Spiel um Platz drei und das WM-Finale werden auf dem Kölner Eis ausgespielt. Bereits bei der Handball-WM 2007 hat das einer deutschen Nationalmannschaft Glück und Erfolg gebracht. Die deutschen Handballer wurden damals vom Kölner Publikum zum Weltmeistertitel getragen. Davon ist im Eishockey zwar nicht auszugehen, aber es darf damit gerechnet werden, dass die Kölner auch die Eishockey-WM 2010 zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

Autor: Andreas Ziemons
Redaktion: Wolfgang van Kann

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