1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Klimaschutz

Kanada will den Kohleausstieg

Kanada möchte seine Treibhausgase kräftig reduzieren - und bis 2030 aus der Kohlekraft aussteigen. Damit bekräftigt die Regierung die UN-Klimaziele und setzt zudem ein klares Signal Richtung USA.

Rund zehn Prozent der Treibhausgase gehen in Kanada auf das Konto der Kohlekraft. Um die Pariser Klimaziele zu erfüllen, sollen die Kohlekraftwerke deshalb bis 2030 entweder die klimaschädliche Stromproduktion einstellen, oder aber das CO2 aus der Abgasluft rausfiltern und unterirdisch speichern, mithilfe der sogenannten CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage).

Ob die Kohlekraftwerke jedoch noch mit der teuren CCS-Technik nachgerüstet werden, ist offen. Denn in der Vergangenheit hatte die Technik weltweit keinen Erfolg, weil sich damit der Kohlestrom wesentlich verteuerte und er gegenüber den erneuerbaren Energien nicht wettbewerbsfähig war.

Die kanadische Umweltministerin Catherine McKenna teilte in Ottawa mit, dass Kanada mit dem Ausstieg aus der traditionellen Kohleverstromung seinen Verpflichtungen zur Treibhausgasreduktion nachkommen will. "Wir senden das klare Signal an die Welt, dass Kanada ein großartiger Ort ist, um in umweltfreundliche Technologien zu investieren", betonte McKenna - auch mit Blick auf den zukünftigen Präsidenten Donald Trump im Nachbarland USA. Denn dieser zeigte bisher kein Interesse am Klimaschutz und machte vielmehr Andeutungen, die US-Kohleindustrie sogar wieder fördern zu wollen.

Kanada Instalation eines Solar-Panels (picture alliance/empics/F. Gunn)

In einigen Regionen von Kanada läuft die Energiewende sehr dynamisch. Kohlestrom wird so zunehmend ersetzt.

Schub für klimafreundliche Technologien

Kanada will den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 2005 um mindestens 30 Prozent senken. Dabei würde allein das Ende der Kohlekraft die Emissionen schon um zehn Prozent reduzieren.

Um die Anforderungen des Pariser Abkommens zu erfüllen, plant die Regierung zudem eine CO2-Abgabe ab 2018. Für eine Tonne CO2-Emissionen sollen Unternehmen ab 2018 zehn kanadische Dollar (6,80 Euro) zahlen. Nach und nach soll dieser Preis bis 2022 auf 50 Dollar (34 Euro) ansteigen.

"Mit dem Mindestpreis für die Luftverunreinigung mit CO2 will die Regierung helfen, die Ziele der Treibhausgasreduktion zu erreichen. Zugleich schaffen wir für die kanadischen Unternehmen damit einen stabilen Rahmen", sagt Premierminister Justin Trudeau. Mit der CO2-Abgabe will die Regierung umweltfreundliche Innovationen in Kanada fördern. "Unternehmen müssen neue Wege finden, um ihre Emissionen zu reduzieren und die Umwelt weniger zu belasten", so Trudeau.

gr/hf (dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt