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Aktuell Welt

Kampfjets bombardieren Terrormiliz bei Kobane

Seit Tagen greifen die IS-Extremisten, die kurdische Stadt Kobane in Nordsyrien an. Die USA versuchen die Dschihadisten mit Luftangriffen zu stoppen. Die Türkei erwägt einen Militäreinsatz.

Die USA und ihre arabischen Verbündeten haben in der Nähe der eingeschlossenen nordsyrischen Kurdenstadt Kobane, (Arabisch: Ain al-Arab), erneut Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bombardiert. Die Kampfflugzeuge hätten ein Dorf rund fünf Kilometer südöstlich von Kobane angegriffen und dabei offenbar einen Panzer zerstört, berichtete ein Kurdenvertreter aus der belagerten Stadt nahe der Grenze zur Türkei.

Offenbar Tote bei Luftschlägen

Ein kurdischer Kommandeur sprach von mindestens fünf Angriffswellen am hellen Tag. "Die Jets kreisen noch immer in der Luft", fügte er hinzu. In der Regel greifen die USA und ihre arabischen Verbündeten IS-Ziele in Syrien in der Nacht an. Ein Reuters-Korrespondent auf der türkischen Seite der Grenze hörte Fluggeräusche mehrerer Kampfjets. Über den südöstliche Teil von Kobane war eine dunkle Rauchwolke zu sehen. Nach Angaben der Syrischen Beobachterstelle für Menschenrechte mit Sitz in London wurden mehrere Kämpfer der Dschihadisten bei den Luftangriffen getötet.

Die Terrormiliz versucht seit mehr als zwei Wochen, Kobane einzunehmen. Sie steht nur noch zwei Kilometer von der Stadt entfernt. Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter haben die sunnitischen Extremisten seit dem Morgengrauen ihre Artillerieangriffe auf Kobane (Artikelbild) verstärkt. Bei den heftigen Kämpfen habe es auf beiden Seiten Tote gegeben, hieß es.

Die Extremisten haben seit Beginn ihrer Angriffe bereits mehr als 300 Dörfer im Umland unter Kontrolle gebracht. Die Orte liegen an der Grenze zur Türkei in einer Enklave, die von kurdischen Volksschutzeinheiten kontrolliert wurde. Zehntausende Einwohner sind vor den Islamisten in die Türkei geflohen, die die Grenzsicherung wegen des IS-Vormarsches verstärkt hat.

Türkei vor Kampfeinsatz

Nach langem Sträuben will sich die Türkei jetzt doch am Kampf gegen die Dschihadisten beteiligen. Die Regierung in Ankara forderte das Parlament auf, Militäroperationen gegen den IS und andere Terrorgruppen in Syrien und im Irak zu genehmigen. Die Abgeordneten wollen darüber am Donnerstag entscheiden. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte, eine der Prioritäten der Türkei sei der Kampf gegen Terrororganisationen. Außerdem beharre sein Land aber auch auf der Forderung nach einem Rücktritt des syrischen Machthabers Baschar al-Assad.

39 Tote bei Doppelanschlag in Homs

In der von Assads Truppen kontrollierten Stadt Homs im Westen Syriens kamen bei einem Anschlag mindestens 39 Menschen ums Leben. Unter den Toten seien 30 Kinder, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Ihren Angaben zufolge explodierte in der Nähe einer Schule zunächst eine Autobombe. Wenige Minuten später soll sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt haben. Dutzende Menschen seien verletzt worden, hieß es. Die Anschläge wurden den Angaben zufolge in einem Viertel verübt, in dem vor allem Mitglieder der religiösen Minderheit der Alawiten wohnen, denen auch der syrische Präsident angehört. Bisher hat sich noch niemand zu den Anschlägen bekannt.

wl/bri (dpa, afp, rtr)