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Wissen & Umwelt

Kampf um das schwarze Gold der Arktis

Der Klimawandel lässt das Eis der Arktis schmelzen. Doch nicht jeder beobachtet das mit Sorge - denn unter dem Packeis der nördlichen Polargebiete werden begehrte Rohstoffe vermutet.

Eisberge in der Arktis (Foto: AP)

In der Arktis werden immer neue Rekordtemperaturen gemessen

Der wichtigste aller Rohstoffe, der in der Arktis vermutet wird, ist Erdöl. Vor allem an den Rändern des asiatischen Kontinents könnten große Vorkommen des fossilen Rohstoffs liegen. Dort jedenfalls findet man jene erdgeschichtlichen Bedingungen, die zur Entstehung fossiler Bodenschätze nötig sind. Mehr ist allerdings nicht bekannt, denn das Gebiet gehört zu Russland. Und die Regierung in Moskau ist sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, Auskünfte darüber zu geben, welche Rohstoffe in welcher Größenordnung dort zu finden sind.

Tauchroboter mit russischer Flagge (Foto: dpa)

Mit einer Fahne auf dem arktischen Meeresgrund machte Russland im August 2007 seine Ansprüche deutlich

Relativ gut erforscht sind dagegen die Bedingungen vor der Küste Grönlands. Unter dem Meeresboden vor der Insel, die nur eingeschränkt autonom ist und von Dänemark verwaltet wird, liegt voraussichtlich eines der größten Erdölvorkommen der Welt. Die Menge von Öl und Gas vor Grönlands Westküste wird auf etwa 31 Milliarden Barrel geschätzt. Setzt man das in Relation zur Einwohnerzahl, wäre die Insel im Polarmeer reicher als das ölreiche Kuwait im Mittleren Osten. Nicht nur fossile Rohstoffe lagern dort, sondern auch zahlreiche Metalle und Mineralien. Die Ergiebigkeit der Vorkommen kann aber noch nicht verlässlich geschätzt werden.

Bislang blieben die Bodenschätze verborgen

Bislang konnten die polaren Bodenschätze weder gefördert noch ihre Vorkommen genau ausgeforscht werden. Der Grund: Die Arktis ist keine Landmasse. Vielmehr ist das "Land", auf dem mit einer in das Eis gerammten Fahne einst der Nordpol markiert worden war, eher ein riesiger Eisberg, der auf dem Nordpolarmeer schwimmt.

Graphik der Arktis-Staaten und ihrer Grenzen (CIA-Factbook)

Generationen von Polarforschern und Seeleuten, die einen Weg durch das Polarmeer gesucht hatten, haben die Tücke des Eises erfahren müssen. Bei Wintereinbruch waren sie oft mit ihren Schiffen im Eis steckengeblieben und festgefroren. Hatten sie und ihr Schiff den Polarwinter überlebt, fanden sie sich im Sommer bei auftauendem Eis an einer ganz anderen Stelle wieder. Das driftende Eis hatte sie dutzende oder gar hunderte von Seemeilen weit durch das Polarmeer getragen.

Weite Teile der Arktis bleiben zukünftig eisfrei

Eine Eisbärin und ihre zwei Babys auf dem Arktis-Eis(Foto: AP)

Ihr Lebensraum schmilzt weg - Eisbären in der Arktis

Mit der globalen Erwärmung und dem Schwund des Eises in der Arktis ist die Polarregion zugänglicher geworden. Weite Teile werden ganzjährig eisfrei bleiben und können von Schiffen befahren werden. Damit werden Bohrinseln in der Arktis möglich, die Ausbeutung der Bodenschätze könnte in Angriff genommen werden.

Auch die Tatsache, dass das Polarmeer nun schiffbar wird, brächte Vorteile mit sich. So könnte das dort geförderte Öl - das "scharze Gold" - auf kurzem Weg nach Amerika oder Europa transportiert werden.

Autor: Dirk Kaufmann

Redaktion: Marlis Schaum, Martin Heidelberger, Annamaria Sigrist