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Kultur

Kampf gegen die Zeit im Bebengebiet

Nach dem Erdbeben in Pakistan drängt die Zeit. Notunterkünfte für die Opfer müssen gebaut werden. In einigen Teilen der Kaschmir-Region ist Schnee gefallen. Viele Menschen leben seit dem Beben im Freien.

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Pakistans Soldaten helfen - brauchen aber internationale Unterstützung

Der für den Hilfseinsatz zuständige Generalmajor Farooq Ahmad Khan sagte, Pakistan brauche zwei Millionen Decken und 100.000 große Zelte, um vor dem Wintereinbruch provisorische Unterkünfte einzurichten. 2,3 Millionen Menschen hätten durch das Beben ihre Wohnungen verloren.

Erdbeben in Pakistan

Viele Überlebende des Bebens können nur per Hubschrauber erreicht werden

Nahe der Hauptstadt Islamabad landeten in der Nacht zum Freitag (14.10.2005) erneut Flugzeuge mit Hilfsgütern. Darunter war auch eine Maschine der NATO, die acht Tonnen Zelte, Decken und Schlafsäcke aus Slowenien an Bord hatte. In Japan brachen 100 Soldaten mit zwei Frachtmaschinen der Streitkräfte in das Katastrophengebiet auf, wie Behörden mitteilten.

Hunderttausende obdachlos

Bislang wurden nach Angaben der Behörden mehr als 200 internationale Hilfsflüge mit tausenden Tonnen Gütern an Bord unternommen. Rund 1800 Rettungsspezialisten aus aller Herren Länder sind in der Krisenregion. Augenzeugen berichteten von der Verzweiflung der Menschen und von Bildern des Leids. Hunderttausende obdachlos gewordene Menschen mussten weiter der Kälte nach dem ersten Wintereinbruch trotzen und teils Tag und Nacht im Freien ausharren.

Karte Region: Pakistan, Indien, Afghanistan und Kaschmir

Karte Region: Pakistan, Indien, Afghanistan und Kaschmir

In den Erdbebengebieten wächst die Angst vor gefährlichen Krankheiten, da sich besonders in den Gebirgsregionen nach einem Wintereinbruch die Situation der Obdachlosen verschärft. Ärzte und Hilfsorganisationen warnten vor Lungenentzündungen und Tuberkulose. Der Koordinator für den Einsatz eines kleinen Teams der Organisation "Ärzte ohne Grenzen", Jan Peter Stellema, sagte, Patienten stünden mit teils Tage alten Wunden zur Behandlung Schlange.

Wundersame Rettung eines Babys

Die Hoffnung, Überlebende zu finden, schwand knapp eine Woche nach dem tödlichen Erdstoß immer mehr. "Niemand gibt auf", sagte Rob Holden vom Hilfsteam der Vereinten Nationen. Aber jeder wisse, dass "die Chance, jemanden lebendig zu finden, fast Null ist".

An ein Wunder grenzte die Rettung eines 18 Monate alten Babys aus einem zerstörten Haus. Die kleine Balana habe zusammen mit ihrer Mutter und zwei Brüdern unter den Trümmern gelegen, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf den privaten Fernsehsender Geo TV. Doch die Mutter und die Jungen hätten nicht überlebt. Balana sei bewusstlos gewesen, als die Retter sie fanden. Sie wurde mit Sauerstoff beatmet und nach einigen Stunden konnte sie schon wieder leichte Nahrung zu sich nehmen, hieß es.

Zahl der Toten steigt

Gleichzeitig werden immer mehr Todesopfer geborgen. In Pakistan stieg die Zahl der Toten offiziellen Angaben vom Donnerstag zufolge auf 25.000. Schätzungen gehen jedoch weiterhin von mehr als 40.000 Todesopfern aus. Rund 63.000 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, sagte ein Militärsprecher. Auch Tage nach dem Beben mit der Stärke 7,7 vom Samstag (8.10.) kommt die Erde in dem Katastrophengebiet nicht zur Ruhe. Ein Nachbeben der Stärke 5,6 versetzte die leidgeprüften Menschen am Donnerstag in Angst und Schrecken.

Pakistans Präsident Pervez Musharraf bat in einer Fernsehansprache am Mittwochabend um mehr finanzielle Unterstützung. Zugleich bedankte er sich für die geleistete Hilfe.

Hilfe des ungeliebten Nachbarn

Auch die Menschen in Indien riefen zu Spenden für die Opfer im Nachbarland Pakistan auf. Zum ersten Mal überhaupt hatte Indien nach dieser Katastrophe eine Hilfslieferung für das Nachbarland auf den Weg gebracht. Gemeinsame Rettungseinsätze des Militärs wurden ausgeschlossen. Seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft 1947 haben Indien und Pakistan drei Kriege geführt, zwei davon um das geteilte Kaschmir. (mas)

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