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Asien

Kampf gegen Agent Orange

Rund fünf Jahrzehnte nach dem ersten Einsatz von Agent Orange während des Vietnamkrieges beteiligen sich die USA erstmals an der Beseitigung der Dioxinverseuchung. Für viele Menschen kommt die Hilfe aber zu spät.

Mit einer Zeremonie begannen die Arbeiten auf dem früheren US-Luftwaffenstützpunkt in Danang. Dabei soll das hochgiftige Dioxin aus dem Boden entfernt werden. Es ist das erste Mal, dass sich Washington an der Beseitigung der durch Agent Orange verursachten Umweltschäden beteiligt.

Viele Menschen machen das hochgiftige Entwaldungsmittel für schwere Gesundheitsschäden und Behinderungen, geistig wie körperlich, verantwortlich. Dioxin gilt als krebserregend und soll Fehlbildungen bei Neugeborenen verursachen. Die Dioxinverseuchung gehört zu den Hinterlassenschaften des Krieges, der 1975 endete. Die Debatte um eine Entschädigung der gesundheitlich Betroffenen ist dagegen noch lange nicht vom Tisch.

Seit 2007 haben die Vereinigten Staaten umgerechnet knapp 50 Millionen Euro für die Sanierung der Umwelt in Vietnam gezahlt. Das aktuelle Projekt wird mit rund 40 Millionen US-Dollar gefördert. Finanzielle Verantwortung für die Gesundheitsschäden der Bevölkerung wollen die USA bislang allerdings nicht übernehmen. Der Versuch vietnamesischer Betroffener im Jahre 2009 vor dem US-Amerikanischen Supreme Court eine Entschädigung zu erwirken, scheiterte.

Kinder leiden an den Spätfolgen von Agent Orange (Foto: AP)

Viele Kinder leiden an den Spätfolgen von Agent Orange.

Das Leiden geht weiter

In Hanoi heißt es, bis zu drei Millionen Vietnamesen seien in Kontakt mit Agent Orange gekommen. Rund ein Drittel von ihnen soll an schweren gesundheitlichen Folgen leiden, 150.000 Kinder seien mit Geburtsfehlern auf die Welt gekommen. "In Hotspots wie Danang finden wir immer noch sehr junge Leute, die von Agent Orange verursachten Krankheiten betroffen sind.“, betont Nguyen Van Rinh, Vorsitzender der Vietnam Association for Victims of Agent Orange (VAVA).

Die Chemikalie wurde während des Vietnamkrieges großflächig vom US-MiIitär versprüht. Ziel war es, die Wälder zu entwalden, um so dem damaligen Kriegsgegner Nordvietnam die Zuflucht und die Möglichkeit zur Tarnung zu nehmen. Rund 45 Millionen Liter Agent Orange wurden versprüht.

lg/haz (dapd, afp, reuters)