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Frauenrechte

Kämpferin für Abtreibungsrecht "Jane Roe" ist tot

Die US-Amerikanerin Norma McCorvey, die unter dem Pseudonym "Jane Roe" den Frauen in den USA vor Gericht das Abtreibungsrecht erstritt, ist tot. Sie starb im Alter von 69 Jahren.

Bekannt wurde McCorvey im Alter von 22 Jahren. Sie war arm und unverheiratet, als sie schwanger wurde und in dieser Lebenslage ein texanisches Gesetz anfocht, das Abtreibungen als verfassungswidrig verbot - es sei denn, das Leben der Mutter wäre gefährdet. Ähnliche Gesetze gab es damals in fast allen Bundesstaaten der USA.

Um ihre Identität zu schützen und sie selbst vor Medienrummel, wurde McCorvey zu "Jane Roe", der Rechtsfall wurde als "Roe v. Wade" bekannt. Später enthüllte sie aber selber ihre Identität.

Ihr erster Vorstoß bei einem örtlichen Gericht wurde abgeschmettert und die Klägerin brachte das Kind zur Welt. Vier Jahre später landete ihr Berufungsantrag vor dem höchsten Gericht der USA, das ihr 1973 mit 7:2 Stimmen recht gab. Der verfassungsrechtliche Anspruch auf Privatsphäre beinhalte auch die Wahlfreiheit für Frauen, eine Schwangerschaft abzubrechen, lautete das historische Urteil.

Erst Befürworterin, dann Gegnerin

Nach dem Erfolg vor Gericht kam dann die Wende in der Biographie: McCorvey wurde strenggläubige Christin und nannte ihre Rolle bei der Legalisierung von Abtreibungen den größten Fehler ihres Lebens. Sie wurde eine entschiedene Abtreibungsgegnerin. Dabei ging sie so weit, sich sogar im Fall einer Vergewaltigung gegen einen Schwangerschaftsabbruch auszusprechen.

Selbst in einem solchen Fall handele es sich um schützenswertes Leben. Der Mensch solle nicht Gott spielen, lautete in den letzten Lebensjahren das Credo von Norma McCorvey.

haz/ust (dpa, afp, ap)