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Fokus Osteuropa

Juschtschenko zu Besuch in den USA

Washington und Kiew gehen eine strategische Partnerschaft ein. Die USA wollen die Ukraine bei ihrer euroatlantischen Integration unterstützen. Präsident Juschtschenko forderte, Handelsbeschränkungen schnell aufzuheben.

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Juschtschenko und Bush bei ihrer gemeinsamen Pressekonferenz im Weißen Haus

Am Montagmorgen (4.4.) hat US-Präsident George Bush seinen ukrainischen Kollegen Wiktor Juschtschenko im Weißen Haus empfangen. Nach ihrem Gespräch gaben die Staatsoberhäupter bekannt, dass sie die gemeinsame Erklärung "Tagesordnung des neuen Jahrhunderts für die ukrainisch-amerikanische strategische Partnerschaft" unterzeichnet haben. Auf der Pressekonferenz erklärte Bush, die USA unterstützten den Wunsch der Ukraine nach einem Beitritt zur WTO. Juschtschenko sagte seinerseits, dass nach dem Sieg der "Revolution in Orange" Demokratie, Medienfreiheit, Marktwirtschaft und soziale Garantien nun die Prioritäten der Ukraine seien. Bush versicherte Juschtschenko, die USA würden der Ukraine helfen, sich in die euroatlantischen Strukturen – in die EU und NATO – zu integrieren. Er betonte zugleich, die Ukraine müsse noch viel leisten, um westliche Standards zu erfüllen.

Wirtschaftstreffen in Chicago

Seinen Besuch in den USA setzte der ukrainische Präsident am Dienstag (5.4.) in Chicago fort, dem Geburtsort seiner Ehefrau Kateryna Tschumatschenko-Juschtschenko. Während eines Treffens mit dem Bürgermeister der Stadt, Richard Daley, sprach Juschtschenko über humanitäre Projekte. Über Investitionen beriet er mit Geschäftsleuten aus Chicago. Zu ihnen sagte er: "Ich möchte, dass Geschäftsleute und Investoren spüren, dass die Ukraine jedem faire und gleiche Spielregeln garantiert." Juschtschenko betonte gegenüber den Geschäftsleuten, in der Ukraine werde die Korruption ausgemerzt und ein günstiges Investitionsklima geschaffen.

Während eines Treffens mit der ukrainischen Gemeinde Chicagos versicherte Juschtschenko, die neue Staatsmacht werde fruchtbare Beziehungen zur Diaspora aufbauen. Zu der ukrainischen Gemeinde sprach auch Kateryna Tschumatschenko-Juschtschenko. Sie forderte die Ukrainer Chicagos auf, der Heimat mit allen Mitteln zu helfen.

Rede vor dem US-Kongress

Unter heftigem Applaus betrat Juschtschenko am Mittwochmorgen (6.4.) den Saal des Abgeordnetenhauses, wo sich auch Regierungsmitglieder, US-Militärs und Vertreter gesellschaftlicher Organisationen versammelt hatten. In seiner Rede dankte Juschtschenko der amerikanischen Führung und dem gesamten amerikanischen Volk für die Unterstützung der "Revolution in Orange".

Das ukrainische Staatsoberhaupt forderte die US-Führung und den Kongress auf, Handelsbeschränkungen abzuschaffen, darunter das Jackson-Vanik-Amendment, das in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vom US-Kongress als Zeichen des Protests gegen Menschenrechtsverstöße in der Sowjetunion erlassen wurde. Juschtschenko forderte den US-Kongress auf, einen Beitritt der Ukraine zur WTO zu unterstützen.

Ferner versicherte Juschtschenko den Kongressmitgliedern, die Entscheidung des ukrainischen Volkes sei unumkehrbar. Es werde niemals vom Weg der Freiheit und Demokratie abkommen. "Wir haben lange auf unsere Freiheit warten müssen und jetzt werden wir sie niemandem überlassen", sagte er.

Auslands-Ukrainer zur Rückkehr aufgerufen

Nach seiner Rede vor dem US-Kongress besuchte Juschtschenko das Denkmal für den ukrainischen Schriftsteller Taras Schewtschenko in Washington, wo eine Kundgebung der ukrainischen Gemeinden in den USA stattfand. Juschtschenko dankte seinen Landsleuten für deren Unterstützung und forderte die Ukrainer im Ausland auf, in ihre Heimat zurückzukehren. Er sagte: "Die Ukraine braucht jetzt Eure Tatkraft und Euer Wissen."

Walentyn Labunskyj, New York
DW-RADIO/Ukrainisch, 7.4.2005, Fokus Ost-Südost

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