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Aktuell Amerika

Job-Flaute setzt Obama unter Druck

Das ist ein weiterer Nackenschlag für den wahlkämpfenden US-Präsidenten: Der deprimierend schwache Arbeitsmarkt liefert den oppositionellen Republikanern willkommene Munition für ihre Angriffe auf Barack Obama.

Nicht nur die Daten vom Arbeitsmarkt, sondern alle Nachrichten aus der Wirtschaft zeigten, dass Obama versagt habe, sagte der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney: "Die Politik dieses Präsidenten hat nicht dazu geführt, dass Amerika wieder zum Arbeiten kommt." Romney bezieht sich dabei auf die Arbeitslosenquote, die bei unverändert 8,2 Prozent verharrt.

Zudem ist der Zuwachs an neuen Jobs schwächer als erwartet: Nur 80.000 zusätzliche Arbeitsplätze wurden im Juni außerhalb der Landwirtschaft gemeldet. Zum dritten Monat in Folge wird damit die Mindestmenge von 200.000 neuen Arbeitsplätzen verfehlt, die von Experten als notwendig angesehen werden, um den Verlust von über acht Millionen Jobs während der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 allmählich zu kompensieren.

Obama ist "nicht zufrieden"

Bis zur Wahl im November verbleiben Amtsinhaber Barack Obama nur noch vier solcher Monatsberichte, um den Eindruck einer verfehlten Wirtschaftspolitik zu zerstreuen. "Wir haben in den letzten 28 Monaten 4,4 Millionen neue Jobs geschaffen", erklärte ein matt wirkender Präsident. "Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir können uns damit nicht zufriedengeben." Das Ziel sei nicht, den Arbeitsmarkt auf den Stand des Jahres 2007 vor der Wirtschaftskrise zu bringen. "Ich möchte zurück zu der Zeit, in der die Mittelschicht mehr Sicherheit hatte", sagte Obama. "Und das ist der Grund, warum ich mich um eine zweite Amtszeit als US-Präsident bewerbe."

Der leitende Wirtschaftsberater im Weißen Haus, Alan Krueger, macht die oppositionellen Republikaner für die Arbeitsmarktmisere mitverantwortlich. Sie hätten Konjunkturprogramme blockiert. "Würden wir mehr in solche Programme investieren, so hätten wir ein deutlich besseres Bild", sagte er. Er verwies darauf, dass der private Sektor seit 29 Monaten einen kontinuierlichen Beschäftigungszuwachs aufweise.

Krise ist nicht nur hausgemacht

Die Eurokrise trägt nach Ansicht führender US-Wirtschaftsexperten ihren Teil zu der Situation bei: "Was den Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten ausgebremst hat, ist dasselbe wie in den Vorjahren", sagte Barclays-Analyst Michael Gapen dem Sender CNN. "Die Ereignisse in Europa sowie einige politische Probleme im Inland sorgen für Unsicherheit." Arbeitgeber verzögerten aufgrund dieser Unsicherheit Investitionen und Neueinstellungen.

Mitt Romney, Präsidentschaftskandidat der Republikaner, in Las Vegas (Foto: dapd)

Herausforderer Mitt Romney: "Es gibt heute eine Menge Elend in Amerika"

Die Börse reagierte auf die Nachrichten mit Kursverlusten auf breiter Front, die von den Telekommunikationswerten angeführt wurden. Die anderen in den vergangenen Tagen bekannt gewordenen ökonomischen Daten ließen allerdings Hoffnung auf einen allmählich sich beschleunigten Wirtschaftsaufschwung aufkommen. Insbesondere der Automobilsektor überraschte mit positiven Zahlen.

Die Statistik spricht gegen Obama

Der Arbeitslosenquote wird eine immense Bedeutung für die politische Zukunft des Landes zugeschrieben. Obama steht im November zur Wiederwahl. Keiner seiner Vorgänger in den letzten sechs Jahrzehnten konnte eine zweite Amtszeit erreichen, wenn die Arbeitslosenquote über 7,2 Prozent lag. Obamas  Herausforderer Romney wirbt vor allem mit seiner angeblichen Wirtschaftskompetenz.

rb/SC (afp, dapd, dpa, rtr)