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Europa

Japan-Kennerin Sylvia-Yvonne Kaufmann

Deutschlands Frauen waren im EU-Verfassungskonvent mit nur einer Frau vertreten: der PDS-Abgeordneten Sylvia-Yvonne Kaufmann. Ihr Ziel: Das vereinte Europa sozialer gestalten.

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Spitzenkandidatin der PDS für die Europawahl

Die Spitzenkandidatin der PDS für das Europäische Parlament, Sylvia-Yvonne Kaufmann, hat eine Vorliebe für Japan. Die 49-Jährige Politikerin ist studierte Japanologin und hat vor Beginn ihrer politischen Karriere im vereinten Deutschland und der Europäischen Union als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Internationale Politik und Wirtschaft in Berlin gearbeitet. Doch die Liebe zu dem asiatischen Land kann sie auch als Abgeordnete des Europäischen Parlaments pflegen: Kaufmann ist Mitglied der EP-Delegation für die Beziehungen zu Japan. Mitglied in zwei EU-Konventen

Allerdings ist dieses außenpolitische Feld eher ein Nebenschauplatz der politischen Arbeit Kaufmanns. Als Mitglied des Konvents zur EU-Grundrechtecharta und des Verfassungskonvents hat sie sich in den vergangenen Jahren vor allem mit Grundsatzfragen zur Weiterentwicklung der EU befasst. Dabei hat sie im Verfassungskonvent - allerdings wohl zufällig - eine besondere Rolle eingenommen: Sie war die einzige Frau aus Deutschland in dem Gremium.

Den vom Konvent erarbeiteten Entwurf für eine Europäische Verfassung nennt sie in einem Fragenbogen auf der Website "Europa-digital" immerhin "ordentlich" – ein überschwänglicheres Urteil verkneift sie sich allerdings. So habe es der Konvent beispielsweise verpasst, die Prozesse innerhalb der EU deutlich zu vereinfachen und die Kompetenzverteilung zwischen den EU-Organen für die Menschen transparenter zu machen. "Europa muss sozialer werden"

In ihren Vorstellungen über die Zukunft der Europäischen Union schimmert deutlich die Position der PDS durch: Europa müsse sozialer werden, schreibt sie auf ihrer Website, es "zählt offenbar kein anderer Maßstab mehr als Geld". Im Verfassungskonvent habe sie sich "entschieden gegen eine Militarisierung der EU ausgesprochen", Europa dürfe nicht "mit eigenen Eingreiftruppen in künftige Schlachten ziehen". Die EU sieht Kaufmann deshalb auch als ziviles Gegenprojekt zur "imperialen Vormachtpolitik der USA". Politische Karriere begann 1990

Die 1955 in Berlin geborene Kaufmann hat ihre politische Karriere erst 1990 begonnen: Nach der Wende in der DDR trat das vormalige SED-Mitglied in die PDS ein und wurde Mitglied der ersten frei gewählten und zugleich letzten Volkskammer der DDR. Es folgte ein Mandat im Bundestag. Von 1991 bis 1994 war sie Beobachterin im Europäischen Parlament, dem sie seit 1999 als Abgeordnete der PDS angehört. Von 1991 bis 2002 war Kaufmann Mitglied des PDS-Bundesvorstandes, von 1993 bis 2000 stellvertretende Bundesvorsitzende. Sylvia-Yvonne Kaufmann ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie lebt in Berlin.

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