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Musik

Jane Birkin ist 70

Serge Gainsbourg machte sie mit seinem Skandal-Lied "Je t'aime" berühmt. In den 1960er Jahren galt sie als Sexsymbol. Aber auch als Schauspielerin feierte Jane Birkin Erfolge. Jetzt wird die Wahlfranzösin 70 Jahre alt.

Berühmt und berüchtigt wurde Jane Birkin mit ihrem Lied "Je t'aime". Es blieb ihr einziger internationaler Erfolg. Dabei war der Text zu diesem One-Hit-Wonder aus der Feder von Serge Gainsbourg zunächst gar nicht für sie gedacht. Der Komponist und Chansonnier Gainsbourg hatte das Stück 1967 eigentlich für seine verflossene Liebe Brigitte Bardot geschrieben und gehofft, es mit ihr gemeinsam einzuspielen. Tatsächlich nahm Bardot das Lied auf, bat Gainsbourg dann aber doch, das Stück nicht zu veröffentlichen, aus Rücksicht auf ihren Ehemann Gunter Sachs.

Skandal um "Je t'aime"

Jane Birkin und Serge Gainsbourg (Imago/ZUMA/Keystone)

Gainsbourg und Birkin: Er schrieb die Texte und komponierte, sie singt bis heute seine Lieder

Mit seiner Geliebten und späteren Ehefrau Jane Birkin hatte Serge Gainsbourg dann Erfolg. 1969 waren die beiden bereits ein Paar und stöhnten sich in die Herzen der Zuhörer. Allerdings nicht aller. Der gesungene Orgasmus war ein Skandal, und das Lied landete in vielen Ländern auf dem Index. Das zunächst zärtlich gehauchte "Je t'aime" steigert sich im Verlauf des Liedes zu einem unverkennbaren Lustgestöhne mit den sichtlich erregten Stimmen von Birkin und Gainsbourg.

Das ließ keinen Zweifel über den Inhalt des Liedes zu, auch wenn man der französischen Sprache nicht mächtig war. "Je viens" (ich komme) ist eindeutig und provokant zugleich, und wenn Gainsbourg in den 70er Jahren sang "Wie eine ziellose Welle gehe ich und komme zwischen deinen Lenden", dann empfanden das Programmmacher und Radiohörer gleichermaßen als obszön. In England und Deutschland boykottierten viele Sender das Lied.

Trotzdem - oder gerade deshalb - verkaufte sich die Schallplatte innerhalb weniger Monate über eine Million Mal und machte Serge Gainsbourg und Jane Birkin auf einen Schlag berühmt. Birkin war Anfang 20, als sie "Je t'aime, moi non plus" ins Mikrofon stöhnte. Sie wurde zum Sex-Symbol der 60er und 70er Jahre, obwohl sie später einmal sagte, dass sie sich mit diesem Image gar nicht identifizieren konnte. Geschadet hat es ihr jedenfalls nicht. 

Birkins Karriere als Filmschauspielerin

Jane Mallory Birkin wurde am 14. Dezember 1946 in London geboren, jetzt feiert sie ihren 70 Geburtstag. Ende der 1960er Jahre ging sie nach Frankreich und lebt auch heute noch in der Bretagne, in der Nähe von Saint-Pabu. Angefangen hatte Jane Birkin ihre Karriere eigentlich als Schauspielerin. Ihre Rolle als Fotomodell in Michelangelo Antonionis Kultfilm "Blow Up" brachte ihr 1967 die Goldene Palme in Cannes.

Serge Gainsbourg französischer Schauspieler (picture-alliance/dpa)

Frauen und Alkohol belasteten die Beziehung zwischen Serge Gainsbourg und Jane Birkin Anfang der 80er Jahre

Ihre Gesangskarriere hat sie vor allen Dingen Serge Gainsbourg zu verdanken, mit dem sie bis 1981 zusammen war. Ihre gemeinsame Tochter Charlotte Gainsbourg ist als Schauspielerin und Sängerin in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten. Jane Birkin hat drei Töchter von drei Männern. Neben Charlotte Gainsbourg sind das die Fotografin Kate Barry und die Schaupielerin und Sängerin Lou Doillon. Kate Barry stammt aus ihrer ersten Ehe mit dem Komponisten der James Bond Filmmusik, John Barry. Vor drei Jahren starb sie nach einem Fenstersturz. Lou Doillon ist ihr Kind aus der dritten Ehe mit dem Regisseur Jacques Doillon.

Serge Gainsbourg war nicht nur ein Frauenheld, sondern auch ein Trinker. Jane Birkin verließ ihn Anfang der 80er Jahre. Trotz der Trennung sangen beide gemeinsam weiter. Als er im März 1991 starb, stand Jane Birkin als "Witwe Gainsbourg" in den Schlagzeilen der französischen Zeitungen. Gainsbourg hatte ihr sein letztes Album "Amours des feintes" gewidmet. Ihr neuer Partner, Jacques Doillon verhalf ihr während der 1980er Jahre zu einigen wichtigen Schauspielrollen, bei denen sie sich als seriöse Schauspielerin profilieren konnte. Über 40 Filme hat sie gedreht, darunter 1981 auch den Erotikfilm "Egon Schiele - Exzesse".

Die perfekte Birkin-Tasche

Birkin Bag des französischen Labels Hermès stehen in einem Regal (Getty Images/AFP/M. Fedouach)

Die Birkin Bag von Hermès

1984 entwarf das Pariser Modehaus Hermès eine Tasche für Jane Birkin, die nach ihren Vorstellungen gestaltet wurde. Die Skizzen der sogenannten "Birkin-Tasche" waren auf einem Flug von New York nach Paris entstanden. Birkin hatte den Vorstandsvorsitzenden von Hermès kennengelernt und sich über ein zu kleines Modell einer Hermès-Tasche beschwert. Die beiden kritzelten Entwürfe auf eine Serviette. Daraus entstand die erste Kollektion der "Birkin Bag".

Nach dem Tod von Serge Gainsbourg wollte Jane Birkin ihrer Sängerkarriere zunächst den Rücken kehren, ging dann aber doch wieder mit seinen Liedern auf Tournee - und das bis heute. Allerdings steht Birkin nicht mehr ganz so oft auf der Bühne, da sie seit 2012 an einer Autoimmunkrankheit leidet. Hinzu kam der Schicksalsschlag 2013, als ihre Tochter Kate im Alter von 46 Jahren aus dem Fenster ihrer Pariser Wohnung stürzte und starb. Die Polizei fand in der Wohnung Antidepressiva. Für Jane Birkin war ihr Tod ein Schock, den sie nur schwer überwinden konnte. Ein Jahr lang zog sie sich ganz aus der Öffentlichkeit zurück.

Lou Doillon, Charlotte Gainsbourg and Jane Birkin (picture-alliance/AP Photo/T. Camus)

Jane Birkin mit ihren Töchtern Lou und Charlotte

Heute ist sie immer wieder bei den Filmfestspielen in Cannes und Locarno zu Gast. In der Schweiz wurde sie zuletzt mit dem Goldenen Leoparden für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Weitere Filme sind nicht mehr geplant, dafür arbeitet Jane Birkin zur Zeit an einem neuen Album. "Ich habe eines Tages entdeckt, dass Serge sehr von Klassischer Musik inspiriert war", schreibt sie auf ihrer Homepage. Das brachte sie auf die Idee, seine Lieder mit Symphonieorchester aufzuführen. Mit dem Projekt war sie in diesem Jahr auf Tournee. Am 24. März 2017 erscheint dann das Album unter dem Titel "Gainsbourg Symhonique".

Hier einige der Skandal-Songs aus der Bildergalerie zum Hören: 

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