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Filme

James Toback soll Schauspielerin mit dem Tode bedroht haben

Die US-Schauspielerinnen Selma Blair und Rachel McAdams erheben schwere Anschuldigungen gegen den Hollywood-Regisseur. Auch im Fall Weinstein gibt es Neuigkeiten: Er verklagt seine eigene Produktionsfirma.

Die Schauspielerinnen Selma Blair und Rachel McAdams haben in einem Interview mit der US-Zeitschrift "Vanity Fair" berichtet, als junge Schauspielerinnen bei geschäftlichen Treffen in einem Hotel von dem Drehbuchautor und Regisseur sexuell bedrängt worden zu sein. Die Vorfälle sollen in den Jahren 1999 und 2000 stattgefunden haben. Beiden Schauspielerinnen soll Toback demnach eine Rolle in dem Film "Harvard Man" (2001) in Aussicht gestellt haben.

Blair gibt an, von Toback mit dem Tode bedroht worden zu sein für den Fall, dass sie jemandem von dem Übergriff erzähle. Deshalb habe sie bis zu ihrem Schritt an die Öffentlichkeit nur zwei Menschen eingeweiht. Doch als sie jetzt davon erfahren habe, dass er die 38 Frauen, die ihn in der Tageszeitung "Los Angeles Times" der sexuellen Belästigung beschuldigt haben, als Lügnerinnen bezeichnet hatte, sei sie wütend geworden: "Jetzt fühle ich mich verpflichtet, öffentlich darüber zu sprechen."

Die Schauspielerin Selma Blair (picture-alliance/AP Images/J. Strauss)

Selma Blair berichtet über beängstigende Erfahrungen mit James Toback

Kein Kommentar von Toback

Inzwischen haben mehr als 200 Frauen angegeben, Opfer von Toback zu sein. Der heute 72-jährige Regisseur erklärte nach Angaben der "Los Angeles Times", die Frauen nie getroffen zu haben - und wenn doch, dann "nur für fünf Minuten", an die er sich nicht erinnern könne. Dem Magazin "Vanity Fair", für das er in der Vergangenheit als Autor tätig gewesen war, sagte er angesichts der neuen Anschuldigungen, er wolle diese nicht kommentieren. Toback erhielt 1991 für den Film "Bugsy" eine Oscar-Nominierung für das beste Originaldrehbuch. Seine jüngste Regiearbeit, "The Private Life of a Modern Woman", wurde in diesem Jahr auf dem Filmfestival von Venedig vorgestellt.

Schauspielerin Rachel McAdams (picture alliance/AP/Invision/J. Salangsang)

Schauspielerin Rachel McAdams

Unterdessen hat Filmproduzent Harvey Weinstein, dem mittlerweile von mehr als 50 Frauen sexuelle Belästigung oder sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, seine eigene Produktionsfirma, "The Weinstein Company", verklagt. Wie aus der am Donnerstag eingereichten Klage hervorgeht, fordert Weinstein Zugang zu seiner Personalakte und seinem E-Mail-Konto. Weinstein benötige diesen Zugang, um feststellen zu können, ob sich darin Informationen befinden, die ihn und die Firma entlasten.

"The Weinstein Co." in Turbulenzen

Weinstein sei darüber hinaus in der Lage, "Einblicke zu geben und seine E-Mails zu erklären und in den größeren Kontext zu stellen". Angesichts einer in dieser Woche eingereichten Klage einer Schauspielerin gegen die Weinstein Company, in der fünf Millionen Dollar Entschädigung gefordert werden, sei es notwendig, dass Weinstein Zugang zu den Dokumenten erhalte, um der Firma "ungerechtfertigte Vergleiche oder Verurteilungen" zu ersparen.

Weinstein, der alle Vorwürfe gegen sich bestreitet, hatte "The Weinstein Co." im Jahr 2005 gegründet. Am 8. Oktober wurde er als Vorstandsvorsitzender entlassen. Nach Angaben der "New York Times" gehören ihm und seinem Bruder noch immer 42 Prozent der Firma. Sie ist seit Bekanntwerden der Vorwürfe in wirtschaftliche Turbulenzen geraten: Mehrere Unternehmen haben nach eigenen Angaben die Zusammenarbeit mit der "Weinstein Co." inzwischen beendet.

ka/pg (dpa/AP/Vanity Fair)

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