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Naturkatastrophen

Jahrhundert-Erdbeben richtet schwere Schäden in Mexiko an

Ein starkes Erdbeben hat 50 Millionen Mexikaner im Schlaf überrascht und viele Menschen getötet. Rund 1,5 Millionen Mexikaner sind ohne Strom. Und die Erde bebt weiter. 

Chiapas, hier eine Frau in dem Ort Tuxtla, gehört zu den am stärksten Betroffenen Bundesstaaten(picture-alliance/NOTIMEX/R. De Jesús)

Chiapas, hier eine Frau in dem Ort Tuxtla, gehört zu den am stärksten Betroffenen Bundesstaaten

Die Zahl der Toten des Erdbebens in Mexiko ist auf mindestens 61 gestiegen. Dies gab der mexikanischen Zivilschutz bekannt. Der Erdstoß am Donnerstagabend war das stärkste Erdbeben in Mexiko seit mehr als 80 Jahren. Dutzende Häuser stürzten ein. Das Beben ereignete sich im Pazifik, 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in 19 Kilometern Meerestiefe. Rund 50 Millionen der 120 Millionen Mexikaner spürten die heftigen Erdstöße. Selbst in der Hauptstadt Mexiko-Stadt, die rund 800 Kilometer vom Epizentrum entfernt liegt, bebte die Erde. Zeitweise waren 1,5 Millionen Menschen ohne Strom. 

"Es handelt sich um ein Beben großen Ausmaßes", sagte Staatspräsident Enrique Peña Nieto. "Das ist das stärkste seit fast einem Jahrhundert", betonte er. Er berief Krisensitzungen ein, "um die Lage zu überwachen, zu bewerten und um Maßnahmen zu ergreifen". Für die Pazifikregion wurde eine Tsunamiwarnung ausgegeben, aber die zunächst befürchteten über vier Meter hohen Wellen blieben aus. 

Nach Angaben der Behörden starben mindestens 45 Menschen im südlichen Bundesstaat Oaxaca, zwölf in Chiapas und vier in Tabasco. Es gab mindestens 200 Verletzte, rund 1800 Soldaten wurden in die Katastrophenregion geschickt. 

Soldaten beseitigen Schutt an einem eingestürzten Gebäude in Juchitan im Bundesstaat Oaxaca (picture-alliance/AP Photo/L. Cruz)

Soldaten beseitigen Schutt an einem eingestürzten Gebäude in Juchitan im Bundesstaat Oaxaca

Im Bundesstaat Tabasco starb ein Baby, weil ein Beatmungsgerät im Krankenhaus wegen eines Stromausfalls nicht mehr funktionierte, ein weiteres Kind wurde beim Einsturz einer Mauer getötet, wie der dortige Gouverneur Arturo Núñez mitteilte. Am schlimmsten wurde die Stadt Juchitán im Bundesstaat Oaxaca getroffen. Dort stürzte auch das Rathaus ein. Es kam zu hunderten Nachbeben. Peña Nieto warnte die Bürger, es seien Nachbeben bis zu einer Stärke von 7,0 möglich. 

"Gott hat uns das Überleben geschenkt"

"Gott, unser Herr, hat uns das Überleben geschenkt, das Beben war sehr, sehr stark", sagte die 70 Jahre alte Ricarda Jiménez Cordero der Deutschen Presse-Agentur. Sie wohnt in der stark betroffenen Stadt San Cristóbal de las Casas in Chiapas. Chiapas liegt an der Grenze zu Guatemala im Südosten. Zahlreiche Gebäude stürzten ein, Autos wurden unter Trümmern begraben. 

In Mexiko-Stadt liefen zahlreiche Menschen in Panik auf die Straßen, als sie die Alarmsirenen für die Erdbebenwarnung hörten. "Ich hörte eine Explosion, die Ampeln wackelten heftig", sagte Mayaro Ortega der Nachrichtenagentur AFP. "Nicht noch ein Erdbeben!", flehte eine Frau, die in der Hauptstadt betend niederkniete. "Lieber Gott, nein!"

Ein umgestürztes Hotel in der Stadt Matias Romero in Oaxaca (picture-alliance/AP Photo/F. Marquez)

Ein umgestürztes Hotel in der Stadt Matias Romero in Oaxaca

Für ein Beben mit so großer Stärke waren die Folgen fast noch glimpflich. Das Seismologische Institut des Landes hatte zunächst eine Stärke von 8,4 ermittelt, später wurde diese auf 8,2 gesenkt. Damit wäre dies das womöglich bisher stärkste Erdbeben in der jüngeren Geschichte Mexikos. 1932 gab es ein Erdbeben, dessen Stärke vom Seismologischen Institut auch mit 8,2 angeben wurde, andere Quellen sprechen von 8,1. 

Hurrikan erwartet

Beim schwächeren aber weitaus verheerenderen Beben im Jahr 1985 starben Tausende Menschen. Weil das Epizentrum der Erschütterung weiter von der Hauptstadt Mexiko-Stadt entfernt war als 1985, blieb die Mega-Metropole diesmal weitgehend verschont. Das aktuelle Beben war auch in Mexikos Nachbarland Guatemala stark zu spüren und hatte dort eine Stärke von 7,7. Die betroffene Region liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der immer wieder von heftigen Erdbeben erschüttert wird. 

stu/bru (afp, dpa, rtr)

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