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Naturkatastrophen

Immer mehr Tote nach Jahrhundertbeben in Mexiko

Die Erdstöße waren noch in eintausend Kilometer Entfernung zu spüren. Schwere Beben wie das in Mexiko setzen jahrzehntelang aufgestaute Energie frei. Zwar sind sie selten, aber dann umso heftiger.

"Es ist das stärkste Beben innerhalb eines Jahrhunderts", sagte Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto bei einem Besuch im nationalen Katastrophenabwehrzentrum. Nach neuesten Angaben kamen mindestens 32 Menschen ums Leben. Da die Bergungsarbeiten noch längst nicht abgeschlossen sind und viele Verletzte zu beklagen sind, dürfte die Zahl der Toten noch weiter steigen.

Das Epizentrum lag der US-Erdbebenwarte zufolge im Pazifik rund 90 Kilometer südwestlich der Stadt Pijijiapan im verarmten Bundesstaat Chiapas. Mit einer Stärke von 8,2 waren die Erdstöße noch stärker als die bisherigen Rekordbeben von 1932 und 1985. Die Erschütterungen waren noch in rund 1000 Kilometer Entfernung in der Hauptstadt Mexiko-Stadt zu spüren. Und sogar in Deutschland, fast 10.000 Kilometer vom Epizentrum entfernt, wurde eine Wellenbewegung registriert, wie Josef Zens vom Geoforschungszentrum GFZ der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Der Seismologe Marco Bohnhoff vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam (Juliane Küppers/FU Berlin )

Der Seismologe Marco Bohnhoff

Reibende Platten

Professor Marco Bohnhoff , Leiter der Sektion Geomechanik und Rheologie am GFZ erklärt, dass sich zwei Platten von etwa 300 mal 50 Kilometern Größe innerhalb von Sekunden um einige Meter aneinander vorbeibewegten. Die dabei freigesetzte Energie wurde in Form von Erdbebenwellen abgestrahlt.

Hinzu komme in der Region die Tatsache, dass Mexiko-Stadt auf einem ausgetrockneten See erbaut wurde. Dies führe zu Verstärkungen der Bodenbewegungen, wie auch beim letzten starken Beben der Region im Jahr 1985, sagte Bohnhoff.

Das betroffene Gebiet ist Teil des zirkumpazifischen Feuerrings. Dort treten immer wieder schwere Erdbeben auf, sie könnten sogar die Stärke 9,0 auf der Richterskala erreichen.

Tsunami-Warnung für Mexiko

Für die Küsten mehrerer amerikanischer Länder wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben. Außer Mexiko selbst sind dies auch Guatemala, El Salvador, Costa Rica, Nicaragua, Panama, Honduras und Ecuador. Für Mexiko wurden Wellen von bis zu vier Metern vorhergesagt. Ein Teil der Bevölkerung in der südlichen Küstenregion wurde vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Starke Zerstörungen hinterließ das Erdbeben im mexikanischen Chiapas (picture-alliance/Zumapress/Xinhua)

Starke Zerstörungen hinterließ das Erdbeben im mexikanischen Chiapas

Mexiko war im September 1985 von einem Erdbeben der Stärke 8,1 erschüttert worden. Dabei wurden große Teile der Hauptstadt zerstört, mehr als 10.000 Menschen kamen ums Leben. Nach der Naturkatastrophe verschärften die Behörden die Bauvorschriften und führten ein Warnsystem ein. 

cgn/jj (dpa, rtr)

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