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Deutschland

Ja, er kommt: Obama beim Evangelischen Kirchentag

Barack Obama wird beim Evangelischen Kirchentag in Mai in Berlin zusammen mit Angela Merkel auftreten. Das Thema: Verantwortung.

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Pläne für Luther-Jubiläumsjahr vorgestellt

 "Ja, er kommt":  Der frühere US-Präsident Barack Obama wird tatsächlich im Mai beim Evangelischen Kirchentag in Deutschland auftreten, so bestätigt Kirchentags-Präsidentin Christina Aus der Au die Gerüchte, die am Dienstag seit Stunden in Berlin die Runde machten: Obama werde gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel vor dem Brandenburger Tor über christliche Werte und ihren Einfluss auf die Politik diskutieren, erklärt sie. Der Kirchentag ist eine Großveranstaltung protestantischer Laien, die alle zwei Jahre stattfindet.  Dieses Jahr treffen sich die Gläubigen in Berlin, auf dem Programm stehen Gottesdienste, Bibelarbeiten, Diskussionen und Konzerte - und eben auch der Auftritt von Obama und Merkel.

Das Gespräch verspreche spannend zu werden, so Heinrich Bedford-Strohm, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Berlin. Ob damit nicht auch, im Jahr der Bundestagswahl, Wahlkampfhilfe für Merkel geleistet werde? Man werde sehr genau darauf achten, dass parteipolitische Erwägungen keine Rolle spielen, so Bedford-Strohm auf Nachfrage der DW. Und: Merkel werde nicht als Parteipolitikerin, sondern als Bundeskanzlerin sprechen.

Auf den Spuren von Martin Luther

Obama, der das Amt des US-Präsidenten zu Jahresbeginn an Donald Trump übergeben hat, gehörte früher einer christlichen Kirchengemeinde in Chicago an. Er war im vergangenen November letztmalig als Präsident zu Besuch in Berlin - sein sechster Besuch als US-Präsident. Merkel, so Obama bei seinem Besuch, sei seine wichtigste ausländische Partnerin während seiner Amtszeit gewesen. 

Noch offen ist, ob der prominente Gast von seiner Frau begleitet wird, genaue Details zum Besuch stünden noch nicht fest, so Bedford-Strohm. Nur so viel: Obama werde kein Honorar erhalten.

Deutschland Obama verlässt Berlin (picture alliance/NurPhoto/E. Contini)

Im November besuchte Obama Deutschland bei seiner Abschiedsreise durch Europa

Zum Kirchentag vom 24. bis 28. Mai werden in Berlin 140.000 Besucher erwartet, zum Abschlussgottesdienst in Wittenberg 200.000 Menschen. In der kleinen Stadt in Sachsen-Anhalt nahm die christliche Reformation ihren Anfang: Hier predigte Martin Luther in der Kirche und soll im Jahr 1517 der Überlieferung nach ein Manifest gegen den Ablasshandel der Kirche - wonach die Sünden gegen Geld abgegolten werden konnten - an die Tür der Schlosskirche geschlagen haben. Das Ereignis und das Wirken des Theologen gaben den Startschuss für die Reformation der Kirche, die schließlich in der Spaltung in eine protestantische und katholische Strömung mündete. Jetzt, 500 Jahre später, feiert die evangelische Kirche das Jahr der Reformation und den nicht unumstrittenen Initiator, der auch durch judenfeindliche Polemiken auffiel.

Die Abschlusspredigt des Kirchentages in Wittenberg wird Thabo Cecil Makgoba, der anglikanische Erzbischof von Kapstadt halten. Man habe, so Aus der Au, gezielt nach jemandem gesucht, "der etwas sagen kann, was nicht schon tausendmal gesagt worden ist." Sie wies auf die Rolle der protestantischen Kirche bei politischen Entwicklungen in Südafrika hin: So habe diese sowohl bei der Errichtung des Apartheid-Regimes, aber auch bei dessen Abschaffung eine Rolle gespielt.

 

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