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Wirtschaft

IWF-Chefin Lagarde will es noch mal wissen

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde strebt eine zweite Amtszeit an. Das sagte sie in einem Interview im französischen Fernsehen. Doch die erneute Kandidatur birgt auch Fallstricke.

Am Donnerstag erst hatte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds, so der offizielle Titel, entscheidende Unterstützung erfahren. Deutschland, Großbritannien und ihr Heimatland Frankreich sprachen sich für eine erneute Kandidatur Lagardes aus, auch US-Finanzminister Jack Lew äußerte sich positiv. Zuvor hatte der IWF in Washington das Rennen um den Spitzenposten offiziell eröffnet.

Lagardes jetzige Amtszeit läuft Ende Juli aus. Bis zum 10. Februar können sich Kandidaten melden. Aus dem deutsche Finanzministerium hieß es am Donnerstag, Lagarde sei in den schwierigen Zeiten nach der Finanzkrise eine "umsichtige und erfolgreiche Krisenmanagerin" gewesen und habe "ganz wesentlich" zum hohen Ansehen des IWF beigetragen. Der britische Finanzminister George Osborne lobte Lagarde als "außergewöhnliche Führungspersönlichkeit mit Visionen und Scharfsinn". Sie sei in der Lage, die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren zu steuern.

Unterstützung kam auch von Mexiko. Man werde keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, sondern befürworte eine zweite Amtszeit der derzeitigen IWF-Chefin. 2011 hatte sich auch der Zentralbankchef von Mexiko, Agustín Carstens, um den IWF-Chefposten beworben, aber gegen Lagarde verloren. Ungeschriebenen Regeln zufolge stellen die Europäer den Chef des IWF und die USA den der Weltbank. Doch dieses Arrangement steht zunehmend in der Kritik, die Schwellenländer fordern mehr Einfluss in den internationalen Finanzinstitutionen.

Die frühere französische Finanzministerin hatte die Leitung des Währungsfonds in turbulenten Zeiten übernommen: Ihr Vorgänger und Landsmann Dominique Strauss-Kahn hatte wegen Vergewaltigungsvorwürfen zurücktreten müssen. In Frankreich hat Lagarde selbst Probleme mit der Justiz.

Frankreich Bernard Tapie

Erhielt umstrittene Entschädigungszahlungen : Geschäftsmann Bernard Tapie

Sie soll wegen einer umstrittenen Millionen-Entschädigungszahlung an den Geschäftsmann Bernard Tapie vor Gericht gestellt werden. Im August 2014 wurde sie in der Affäre formell beschuldigt. Die Ermittler werfen ihr Nachlässigkeit im Umgang mit öffentlichen Geldern vor. Lagarde kündigte Rechtsmittel an, der IWF sprach ihr sein Vertrauen aus.

Die Finanzaffäre liegt acht Jahre zurück und fällt in ihre Pariser Zeit als Ministerin. Der französische Premier Valls sagte am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos, Frankreich habe "großes Vertrauen" in Lagarde und werde sie unterstützen.

ar/zdh (afp, France 2, reu, dpa, )

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