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Wirtschaft

IWF-Spitze: Der Ring ist frei

Der Internationale Währungsfonds vergibt Milliarden-Kredite, die Prognosen beeinflussen Wirtschaft und Aktienkurse - nun geht es um die Nachfolge an der Spitze. So manches spricht dafür, dass alles beim Alten bleibt.

Noch Anfang der Woche hatte IWF-Chefin Christine Lagarde ein Treffen mit dem Papst. Ob es um geistigen Beistand für ihre nächste Kandidatur ging ist nicht klar - auf jeden Fall ist das Rennen um den Chefposten des Internationalen Währungsfonds nun eröffnet. Die Französin Lagarde hat bereits Interesse angekündigt, nochmal zu kandidieren und bekommt auch Rückenwind aus Europa. Deutschland, Frankreich und Großbritannien stellen sich hinter die nicht ganz unumstrittene Lagarde. "Die Welt sieht sich einem gefährlichen Cocktail von Risiken ausgesetzt", erklärte der britische Finanzminister George Osborne. "Christine hat die Vision, die Energie und den Scharfsinn, um die Weltwirtschaft durch die kommenden Jahre zu steuern." Deshalb werde er Lagarde nominieren.

Schwellenländer gegen Europa

Bislang hat sie keine Herausforderer. Seit heute können potenzielle Gegner ihre Kandidatur anmelden. Es ist davon auszugehen, dass sie nicht die einzige Kandidatin bleibt: Stark wachsende Schwellenländer stellen den europäischen Anspruch auf den Chefposten zunehmend infrage. Entscheidend wird sein, ob sich unter anderem Brasilien, Russland, Indien und China auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen.

Innerhalb des IWF werden vor allem die Notenbankchefs von Mexiko und Indien, Agustin Carstens und Raghuram Rajan, gehandelt. Bis zum 10. Februar könnten sich Bewerber melden; der Verwaltungsrat hoffe, sich bis zum 3. März dann auf einen Kandidaten geeinigt zu haben. Lagardes Amtszeit läuft bis Ende Juli.

Porträt Christine Lagarde (Foto: dpa)

Möchte nochmal für die IWF-Spitze kandidieren: Christine Lagarde

Zuhause in Frankreich läuft es für Lagarde allerdings weniger gut: Wegen einer acht Jahre zurückliegenden Finanzaffäre in ihrer Zeit als Wirtschafts- und Finanzministerin droht ihr ein Prozess. Die Zeitung "Canard Enchaîné" berichtete am Mittwoch, Paris erwäge daher, sich für eine Kandidatur von Tidjane Thiam einzusetzen, der die Staatsbürgerschaften der Elfenbeinküste und Frankreichs hat, und derzeit Chef der Schweizer Großbank Credit Suisse ist. Das letzte Wort im Kampf um den internationalen Spitzenposten ist also noch nicht gesprochen.

Nm/zdh (afp, rtr, dpa)