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Aktuell Europa

Italienischer Bankenrettungsfonds kommt

Milliardenhilfe für Italiens kriselnde Geldhäuser: Die betroffenen Banken können notleidende Kredite an einen neuen Fonds abtreten. Das soll die tristen Bilanzen der schwächelnden Institute aufhellen.

Unicredit-Tower in Mailand (höchster Turm der Skyline) (Foto: Imago/Italy Photo Press)

Nicht alle Banken sind spitze: Unicredit-Tower in Mailand (höchster Turm der Skyline)

Vertreter der italienischen Finanzinstitute, des Finanzministeriums und der Notenbank haben sich auf einen Stützungsfonds für heimische Banken geeinigt. Die Einrichtung namens Atlante soll den Geldhäusern faule Kredite abnehmen, bei denen fraglich ist, ob sie jemals zurückgezahlt werden. Außerdem wird sich der Fonds, der nach unbestätigten Berichten mit bis zu sechs Milliarden Euro ausgestattet ist, an Kapitalerhöhungen beteiligen.

Ziel ist es, die Bankbilanzen zu entlasten und die Kreditvergabe in Italien wieder anzukurbeln. Die Geldinstitute des Landes sitzen auf notleidenden Krediten im Volumen von 360 Milliarden Euro. Das entspricht einem Drittel aller vom Ausfall bedrohten Darlehen in Europa.

Nur Zeit gekauft?

Der Fonds wird nach Einschätzung von Branchenexperten aber nur vorübergehend Linderung bringen. Auf lange Sicht müsse es für den italienischen Bankensektor mit seinen traditionell geringen Renditen, schwachen Führungsstrukturen und zu vielen Zweigstellen eine Konsolidierung und eine Änderung der Geschäftsmodelle geben, erklärte Luigi Tramontana von der Banca Akros.

Die Hoffnung auf eine Einigung in Sachen Bankenrettung hatte schon im Vorfeld für deutliche Kursgewinne bei Finanztiteln gesorgt. Der italienische Branchenindex gewann 2,8 Prozent. In seinem Windschatten zogen auch andere europäische Finanzwerte an. Der Index für die Banken der Euro-Zone stieg um 1,5 Prozent.

jj/ago (dpa, rtr)

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