Istanbuler Prozess zum Anschlag auf deutsche Touristen auf Januar vertagt | Aktuell Europa | DW | 20.11.2017
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Türkei

Istanbuler Prozess zum Anschlag auf deutsche Touristen auf Januar vertagt

Zwölf deutsche Touristen starben 2016 bei einem Anschlag in der türkischen Metropole. An diesem Montag sollte das Urteil gegen die mutmaßlichen IS-Terroristen gefällt werden. Doch es kam anders - aus banalen Gründen.

Rückblende: Blumen und Beileidsbekundungen nach dem Anschlag am 13. Januar 2016 in Istanbuls Altstadt (Foto: Reuters/M. Sezer)

Rückblende: Blumen und Beileidsbekundungen nach dem Anschlag am 13. Januar 2016 in Istanbuls Altstadt

Im Prozess gegen mutmaßliche Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) wegen des Anschlags auf eine deutsche Reisegruppe in Istanbul am 12. Januar 2016 ergeht nun doch noch kein Urteil. Der Richter vertagte die Verhandlung in Istanbul auf den 8. Januar 2018. Vier Verdächtige, denen langjährige Haftstrafen drohen, bleiben nach einer Entscheidung des türkischen Gerichts wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft. Ein fünfter inhaftierter Angeklagter wird bis zum Urteil auf freien Fuß gesetzt. Bei dem Selbstmordanschlag Anfang 2016 in der Istanbuler Altstadt hatte der Attentäter zwölf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen, 16 Menschen waren verletzt worden.

Kein Urteil aus logistischen Gründen?

Ursprünglich hatten Anwälte am Montag mit einem Urteil gerechnet. Nach Angaben von Verteidigern wurde das Verfahren vertagt, weil die inhaftierten Angeklagten aus logistischen Gründen nicht vom Gefängnis im Istanbuler Stadtteil Maltepe zum Gericht gebracht werden konnten. Näheres wurde bislang nicht bekannt. Insgesamt sind 26 Verdächtige angeklagt. Für die drei syrischen Hauptverdächtigen fordert die Staatsanwaltschaft Medienberichten zufolge jeweils 13 mal lebenslange Haft. Ihnen wird neben dem Mord an zwölf Deutschen vorgeworfen, sie hätten die verfassungsmäßige Ordnung umstürzen wollen. Einem Iraker drohen wegen des Vorwurfs der IS-Mitgliedschaft bis zu 15 Jahre Haft. Für die restlichen Angeklagten - die meisten davon Syrer - werden Freisprüche erwartet.

IS bekannte sich nie zu dem Anschlag   

Die türkischen Behörden identifizierten den 1988 in Saudi-Arabien geborenen Syrer Nabil Fadli als Selbstmordattentäter bei dem Anschlag vom Januar 2016. Fadli war laut Gerichtsunterlagen IS-Anhänger und ließ sich rund einen Monat vor dem Attentat von Syrien aus in die Türkei schmuggeln. Die türkische Regierung macht die Terrormiliz für den Anschlag verantwortlich, die sich jedoch nie dazu bekannt hat. Das Gerichtsverfahren hatte im Juni 2016 begonnen.

sti/cr (dpa)

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