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Nahost

Israels umstrittener Generalstabschef

"Das Ziel unserer jetzigen Aktionen ist es, die Hisbollah auszurotten. Man darf dabei nicht mit der Stoppuhr in der Hand stehen." Israels Generalstabschef Dan Halutz weiß, was er will. Ein Porträt des Militär-Mannes.

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Mächtigster Militär in Israel: Dan Halutz

Drei Mal wurde Generalstabschef Dan Halutz in den vergangenen Tagen im Krankenhaus untersucht. Er habe Bauchschmerzen, klagte er, und fühle sich schwach. In den israelischen Medien wurde spekuliert, der nach außen so ungerührt und hart wirkende General könnte dem Druck nicht standhalten.

"Leichtes Zucken" beim Bomben-Abwurf

Schwäche? Das passt so gar nicht zu Dan Halutz, dem ehemaligen Chef der Luftwaffe, der immer wieder mit umstrittenen Äußerungen von sich reden machte. So sagte er in einem Interview mit der israelischen Zeitung "Ha'aretz" im Jahr 2002, er verspüre nur ein leichtes Zucken in den Flügeln seines Kampfjets, wenn er Bomben abwerfe. Seinen Piloten empfahl er, auch dann gut zu schlafen, wenn sie bei Luftattacken Zivilisten getroffen hätten. Nicht sie seien es, die die Ziele auswählten und sie trügen keine Verantwortung für die Fehler. Auch er genieße einen ungestörten Schlaf:

"Borniert, unsensibel, verantwortungslos"

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Dan Halutz mit dem israelischen Premierminister Ehud Olmert und Verteidigungsminister Amir Peretz (von links)

Halutz' Äußerungen führten zu einer heftigen Kontroverse, ob er für den Posten des Generalstabschefs geeignet sei. Der Jerusalemer Politikwissenschaftler Yaron Ezrachi sagte damals, Halutz sei borniert, unsensibel und verantwortungslos. Ezrachi warnte vor einer Armee, die von Leuten geführt werde, denen es an ziviler, menschlicher und moralischer Sensibilität mangele. "Wir können es uns nicht leisten, denn wenn wir so etwas erlauben, heißt das, dass wir aus der Geschichte gar nichts gelernt haben", sagte der Politikwissenschaftler.

Doch Halutz wurde trotz der Proteste Generalstabschef. Er verdankte dies unter anderem seinen engen freundschaftlichen Beziehungen zu Israels damaligem Ministerpräsidenten Ariel Scharon und dessen Sohn Omri.

Reicher Erfahrungsschatz

Auch im Sicherheits-Establishment wird er geschätzt. Giora Rom, ehemaliger Luftwaffenpilot und früherer Chef der Jewish Agency lobt Halutz' Fähigkeit, seine Untergebenen einzubinden und sein tiefes Verständnis für Technologie. Er verfüge über reiche Erfahrung im Kampf. "Er kommt aus der Praxis, er hat sicher 300, 400 Flüge über dem Gebiet des Feindes hinter sich, er hat Angriffe geflogen und Luftkämpfe ausgefochten, in der Nacht, bei jedem Wetter. Er hat das am eigenen Leib gelernt", sagt Rom. Außerdem sei Halutz bescheiden und lege großen Wert auf die Moral.

Kein großer Feldherr

Bescheiden jedoch wirkte Dan Halutz in den vergangenen Wochen überhaupt nicht. In zahllosen Pressekonferenzen trat er als selbstbewusster Feldherr auf, der eigenständig die Kriegsziele formuliert und dem Ministerpräsidenten den Rang abläuft. "Wir können nicht zulassen", verkündete er über die israelische Linie, "dass die Grenze eine Terrorgrenze wird, dass die Ortschaften an der Grenze vom Terror bedroht werden, in der die Zivilisten im Südlibanon zu Gefangenen der Hisbollah-Terror-Organisation werden."

Doch auch Halutz' Kritiker verstummen nicht. Der bekannte Friedensaktivist Uri Avnery schrieb in einem beißenden Kommentar: "Dan Halutz wird in die Geschichtsbücher nicht als einer der größten Feldherren aller Zeiten eingehen. Sowohl als Stratege als auch als Kommandeur ist seine Benotung nahe Null."

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  • Datum 03.08.2006
  • Autorin/Autor Bettina Marx, Tel Aviv
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  • Permalink http://dw.com/p/8tgm
  • Datum 03.08.2006
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