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Nahost

Israel nimmt Bombardements von Vororten Beiruts wieder auf

Die israelische Armee hat erneut die von der Hisbollah kontrollierten Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut beschossen. Auch der Gazastreifen wurde angegriffen.

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Ein israelischer Soldat prüft 155-mm-Artilleriegeschosse nahe der Grenze zum Libanon

Trümmer in Beirut

Folgen eines Bombenangriffs auf Beirut am 26. Juli 2006

Im südlichen Stadtteil Dahieh, einer Hochburg der Hisbollah-Miliz, schlugen in der Nacht zum Donnerstag (3.8.2006) vier Raketen ein. Das teilte die libanesische Polizei mit. Über Opfer ist noch nichts bekannt. Es waren die ersten Angriffe auf Beirut seit der vorübergehenden Feuerpause, die am Montag ausgerufen worden war.

Die israelische Luftwaffe flog auch Angriffe im Nordlibanon an der Grenze zu Syrien. Zudem wurden Ziele in der Region um die Städte Tyrus und Saida sowie in der Bekaa-Ebene beschossen. Libanesischen Angaben zufolge starben mindestens sieben Zivilisten und ein Soldat. Nach dem Angriff auf das Dorf Kana, bei dem vergangene Woche mindestens 52 Zivilisten getötet worden waren, hatte Israel die Luftangriffe in einigen Gebieten ausgesetzt.

Starker Widerstand

Nach Angaben der israelischen Armee gab es im Dorf Aita el Schaab im Grenzgebiet heftige Kämpfe mit Hisbollah-Milizen. Dabei seien ein israelischer Soldat getötet und vier weitere verletzt worden. Trotz des hohen militärischen Drucks Israels dauerte der Widerstand der Hisbollah an: Am Mittwoch wurden insgesamt rund 230 Raketen auf Nordisrael abgefeuert, so viele wie noch nie seit Beginn der Kämpfe. Einige Geschosse schlugen erstmals etwa 60 Kilometer von der Grenze entfernt ein.

Rund 50 israelische Panzer drangen in der Nacht erneut in den südlichen Gazastreifen ein. Das geht aus Berichten von Augenzeugen und von palästinensischen Sicherheitskreisen hervor. Die Streitkräfte stießen bis zu acht Kilometer über die Grenze vor und blockierten den östlichen Zugang der Stadt Rafah an der Grenze zu Ägypten. Als die Panzer Stellung bezogen, beschoss die Luftwaffe Palästinenser. Dabei kamen zwei Bewaffnete und ein Sicherheitsoffizier ums Leben. Es gab 15 Verletzte. Das teilten Krankenhausmitarbeiter und Sicherheitskräfte mit. Die israelischen Streitkräfte erklärten, die Palästinenser hätten ein Anti-Panzer-Geschoss abschießen wollen.

Annäherung von USA und Frankreich

Im Ringen um eine gemeinsame Resolution des UN-Sicherheitsrats in dem Konflikt gibt es vermutlich eine Annäherung zwischen den USA und Frankreich. Man arbeite inzwischen an einem Text für einen Entschließungsentwurf, sagte US-Außenamtssprecher Sean McCormack. Die US-Regierung hoffe, dass die Resolution in den kommenden Tagen vorgelegt werden könne. Der französische UN-Botschafter Jean-Marc de La Sablière sagte, man sei einer Einigung sehr viel näher gerückt. Die USA beharrten bislang darauf, dass erst dann ein Waffenstillstand gefordert werden könne, wenn Israel, Libanon und die Hisbollah-Miliz sich politisch geeinigt hätten. Frankreich fordert erst eine sofortige Waffenruhe und dann eine politische Vereinbarung.

Olmert fordert 15.000 Soldaten

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert bezeichnete die Entsendung einer soliden internationalen Friedenstruppe erneut als Voraussetzung für ein Ende der Feindseligkeiten. Eine Truppe von rund 15.000 Soldaten sei notwendig, um den Raketenbeschüssen der Hisbollah auf Israel ein Ende zu setzen, sagte er der Londoner Zeitung "The Times". Die Mission müsse aus echten Soldaten bestehen und nicht aus Rentnern, die ein paar ruhige Monate im Libanon verbringen wollen. Olmert sagte, die Dauer der Offensive hänge stark von der Natur der UN-Entschließung ab.

Islamische Konferenz

Die Mitglieder der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) kritisierten bei einem Krisentreffen in Malaysia scharf die ihrer Ansicht nach parteiische Haltung der internationalen Gemeinschaft. Die islamische Welt sei empört, sagte OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu. Es wurde erwartet, dass die etwa 20 teilnehmenden Staaten die israelische Offensive verurteilen und einen sofortigen Waffenstillstand fordern würden.

Untersuchungsergebnisse zum Angriff auf Kana

Nach dem international kritisierten Angriff auf den libanesischen Ort Kana legte Israels Armee Ergebnisse einer Untersuchung des Vorfalls vor. Danach hatte das Militär dort Waffenlager und Hisbollahkämpfer vermutet, aber keine Zivilisten. Die Bevölkerung sei zum Verlassen von Kana aufgefordert worden. Man habe nicht gewusst, dass sich Zivilpersonen zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Gebäude befunden hätten. Wenn die Streitkräfte über diese Information verfügt hätten, wäre der Angriff nicht erfolgt. (mas)

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