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Aktuell Nahost

Israel: "Der Fall ist abgeschlossen"

Israels Armee hat ihre Ermittlungen zum Tod von vier Kindern durch einen Luftangriff an einem Strand im Gazastreifen eingestellt. Eines der erschreckendsten Kapitel des Krieges bleibt damit zunächst ungeklärt.

Gaza Bakr Familie Überlebende Strand Bombardierung durch Israel 2014

Vier Kinder der Familie Bakr starben 2014 bei einem israelischen Luftangriff, diese Geschwister überlebten

Bei dem Luftangriff im Juli 2014 waren vier Palästinenser-Kinder getötet worden. Das jüngste von ihnen war neun Jahre alt, das älteste elf Jahre. Der Tod der Kinder hatte für besonderes Aufsehen gesorgt und die Brutalität des Konflikts deutlich gemacht.

Es wird erwartet, dass die palästinensische Autonomiebehörde den Vorfall vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen wird.

Ziel waren Kämpfer der Hamas, betont das Militär

In der Mitteilung des israelischen Militärs heißt es, ein Verantwortlicher für den Tod der Kinder an einem Strand von Gaza-Stadt könne nicht festgestellt werden. Es habe sich um einen Luftangriff gehandelt, Ziel seien Kämpfer der radikal-islamischen Hamas gewesen.

Nach Angaben der Armee wurden auch die Ermittlungen in zwei weiteren Fällen beendet, bei denen mehrere Palästinenser im Krieg mit Israel im vergangenen Sommer getötet wurden.

Der Angriff auf ein Café wird untersucht

In einem weiteren Fall, bei dem durch einen Angriff auf ein Café neun Menschen starben, seien hingegen Untersuchungen eingeleitet worden. Israels Militärjustiz hatte im April drei ihrer eigenen Soldaten wegen Plünderung angeklagt. Es handelte sich um die erste strafrechtliche Verfolgung von Armeeangehörigen im Zusammenhang mit dem jüngsten Gaza-Krieg.

Bei dem Konflikt starben im Sommer 2014 etwa 2200 Palästinenser, davon laut UN etwa 1500 Zivilisten. Unter diesen wiederrum sollen etwa 540 Kinder sein. Neben den vielen Opfern sind auch Sachschäden zu beklagen: Große Teile der kleinen palästinensischen Küstenenklave am Mittelmeer wurden verwüstet. Auf israelischer Seite wurden 73 Menschen getötet, darunter 67 Soldaten.

Israel hat Kriegsverbrechen begangen, sagen die Palästinenser

Im Anschluss an den Krieg wurden mehrere internationale Untersuchungen gegen Israel eingeleitet. Die palästinensische Führung warf dem Land Kriegsverbrechen vor. Israel kritisierte die internationalen Ermittlungen als parteiisch und versicherte, es sei selbst zu einer angemessenen Rechtsprechung in der Lage.

Die Vereinten Nationen kritisierten die Folgen israelischer Militäreinsätze für Kinder in den Palästinensergebieten im Jahr 2014 scharf. Es handle sich um eine "noch nie dagewesene und inakzeptable Größenordnung", hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon jüngst bei der Übergabe eines Berichts über das Schicksal von Minderjährigen in Kriegsgebieten an den UN-Sicherheitsrat erklärt.

Ban rief Israel mit deutlichen Worten auf, konkrete und unverzügliche Schritte zu unternehmen, um Kinder in militärischen Auseinandersetzungen zu schützen.

haz/sc (afp, ap)