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Nahost

Israel beginnt mit Truppenabzug aus Gaza

Nach Israel hat auch die Hamas einen Waffenstillstand ausgerufen. Nun räumen die israelischen Truppen erste Positionen. In Scharm el Scheich forderten die Staats- und Regierungschefs eine dauerhafte Waffenruhe.

Abbas und Merkel (Quelle: AP)

Schwierige Suche nach Frieden: Abbas und Merkel

Die israelischen Truppen haben mit einem Teilabzug aus dem Gazastreifen begonnen. Es gebe einen stufenweisen Rückzug, bestätigte ein Militärsprecher am Sonntagabend (18.01.2009) der Nachrichtenagentur AFP. Auch Augenzeugen berichteten, israelische Soldaten würden sich in die Nähe der Grenze zu Israel zurückziehen.

Gazastreifen nicht mehr geteilt

Soldaten (Quelle: AP)

Abzug mit Victory-Zeichen: israelische Soldaten am Sonntag

Israel hatte am Samstag eine einseitige Waffenruhe verkündet. Die Hamas lehnte es zunächst ab, ebenfalls die Waffen schweigen zu lassen, verkündete dann aber am Sonntag ihrerseits einen Waffenstillstand. Zugleich forderte die radikalislamische Gruppierung Israel auf, seine Truppen binnen einer Woche vollständig aus dem Gazastreifen abzuziehen.

Den Angaben zufolge haben israelische Panzer auch die frühere jüdische Siedlung Netzarim verlassen. Damit ist erstmals seit Beginn der Bodenoffensive am 3. Januar die Straße zwischen dem Nord- und dem Südteil des Gazastreifens wieder frei.

Waffenruhe dauerhaft?

Gipfel (Quelle: AP)

Die Staats- und Regierungschefs im ägyptischen Scharm el Scheich

Israel hatte seine Angriffe in der Nacht zum Sonntag eingestellt. Palästinensische Sanitäter nutzen den Sonntagmorgen, um mehr als 100 Tote zu bergen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza starben seit Beginn der israelischen Militäroffensive am 27. Dezember mindestens 1310 Menschen, weitere 5450 wurden verletzt.

Die vorläufige Waffenruhe in Nahost wurde weltweit begrüßt. Auf dem Nahostgipfel im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag: "Jetzt geht es darum, den Waffenstillstand dauerhaft zu machen." Nun müssten die Grenzübergänge gesichert und der Waffenschmuggel der Hamas unterbunden werden. Deutschland werde, wenn nötig, technische Hilfe dazu leisten.

Hilfe für die Palästinenser

An dem Gipfel nahmen neben Gastgeber Hosni Mubarak unter anderen der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der britische Premier Gordon Brown, König Abdullah II. von Jordanien, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas teil. Abbas nannte den Krieg im Gazastreifen eine "humanitäre Katastrophe". Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, sagte: "Wir brauchen nicht nur den Abzug (der israelischen Truppen), sondern auch die Öffnung der Grenzübergänge und ein Ende der Blockade". Auch Sarkozy sprach sich für einen raschen Abzug der israelischen Truppen aus. Sarkozy kündigte an, dass Ägypten schon in den kommenden Tagen ein weiteres Gipfeltreffen ausrichten werden, auf dem Hilfe für die Bevölkerung im Gazastreifen organisiert werden soll. Der britische Premier Brown kündigte an, seine Regierung werde ihre Hilfe verdreifachen und weitere 20 Millionen Pfund (22 Millionen Euro) zur Verfügung stellen. (det)

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