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Aktuell Afrika

Islamisten starten Angriff auf Gao

Der Norden Malis galt eigentlich als weitgehend befreit von den Islamisten. Doch jetzt versuchen die Rebellen mit aller Gewalt, ihre einstige Hochburg Gao zurückzuerobern. Dabei setzen sie auch auf Selbstmordanschläge.

Mit Booten waren die Rebellen der islamistischen Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (Mujao) ins Zentrum der am Fluss Niger liegenden 90.000-Einwohner-Stadt vorgestoßen. Von dort aus sickerten sie in die Stadt ein, wie ein malischer Offizier mitteilte. Die Bewohner Gaos suchten in ihren Häusern Schutz, während die schwarz gekleideten islamistischen Kämpfer in den Straßen und auf Dächern Position bezogen.

Schwere Kämpfe um Gao

Anschließend lieferten sie sich über Stunden schwerste Gefechte mit malischen und französischen Regierungstruppen (Artikelbild). Am Sonntagabend erhielten die Soldaten Unterstützung von französischen Kampfhubschraubern. Die Franzosen brachten zudem 50 Journalisten in Sicherheit, die bei den Kämpfen eingeschlossen worden waren.

Der französische Militärsprecher Thierry Murkhard erklärte weiter, zumindest das Zentrum Gaos sei seit Sonntagabend wieder unter Kontrolle der malischen Streitkräfte. Die französischen Einheiten zogen sich auf den örtlichen Flughafen zurück.

Islamisten kündigen weitere Angriffe an

Der Sprecher der Islamisten-Gruppe Mujao, Abu Walid Sahraui, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Kämpfe würden bis zum Sieg fortgesetzt. Die Mujao-Rebellen hatten Gao über Monate hinweg kontrolliert, bis sie sich Ende Januar vor den anrückenden französischen Soldaten zurückzogen. Gao wurde am 26. Januar von den verbündeten Truppen eingenommen. Sahraui bekannte sich im Namen seiner Gruppe auch zu dem Selbstmordanschlag auf einen Kontrollposten der malischen Regierungssoldaten im Norden von Gao, bei dem Stunden zuvor ein Soldat verletzt worden war. Bereits am Freitag hatte es in Gao ein Selbstmordattentat gegeben, bei dem ebenfalls ein malischer Soldat verletzt worden war.

Soldaten sichern das Gelände, wo der Selbstmordattentäter den Anschlag verübt hatte (Foto: rtr)

Soldaten sichern das Gelände, wo der Selbstmordattentäter den Anschlag verübt hatte

Guerilla-Taktik der Rebellen

Die jüngsten Militäraktionen zeigen, wie instabil die Sicherheitslage in der größten Stadt im Norden des westafrikanischen Landes und in der Region insgesamt ist. Französische und malische Militärs vermuten, dass die Islamisten mit ihren Selbstmordanschlägen eine offene Konfrontation meiden wollen und jetzt verstärkt auf eine Guerillataktik setzen.

Die französischen Soldaten haben in den vergangenen Wochen zusammen mit malischen Truppen die islamistischen Rebellen immer weiter in den Norden Malis zurückgedrängt und die großen Städte weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht. Die auf mehrere tausend Mann geschätzten Rebellen, unter denen sich auch viele Islamisten aus dem Ausland befinden sollen, haben sich laut Medienberichten in unwegsames Gebirgsgelände im Adrar des Ifoghas in der Sahara zurückgezogen, um sich neu zu formieren.

se/GD (afp, rtr, ap, dpa)