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Aktuell Afrika

Franzosen vor letzter Islamistenhochburg

Soldaten aus Frankreich und dem Tschad haben die malische Stadt Tessalit erreicht, eine der letzten Hochburgen der Islamisten. Bei allen militärischen Erfolgen bleibt die Lage im westafrikanischen Land noch instabil.

Die Truppen hätten die Kontrolle über den Flughafen der nordostmalischen Stadt übernommen, bestätigte der französische Generalstab in Paris. Die Stadt liegt im Ifoghas-Gebirgsmassiv, wo sich nach Angaben von Experten und Sicherheitsbehörden viele Anführer und Kämpfer islamistischer Gruppen aufhalten. Dort werden auch sieben französische Geiseln vermutet.

Bereits am Donnerstagabend hatten französische und tschadische Truppen die Kontrolle über die Stadt Aguelhok zwischen Kidal und Tessalit übernommen. Seit mehreren Tagen waren die Regionen um Aguelhok und Tessalit Ziele französischer Luftangriffe. Dabei hatte die Luftwaffe vor allem Materiallager und Trainingszentren von Islamisten im Visier.

Erster Selbstmordanschlag

Trotz des Vormarsches kommt das Land nicht zur Ruhe: In der Stadt Gao im Norden des Landes hat es den ersten Selbstmordanschlag gegeben. Ein Tuareg näherte sich mit einem Motorrad einem Armeeposten, sprengte sich in die Luft und verletzte dabei einen Soldaten. Zu dem Anschlag bekannte sich die islamistische Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO).

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte unterdessen vor einem Guerillakrieg in Mali. "Der Militäreinsatz war bislang effizient und erfolgreich. Die Dschihadisten, die bewaffneten Gruppen und terroristischen Elemente sind offenbar geflohen", sagte Ban. Er sei jedoch besorgt, "dass sie zurückkehren könnten". Die Angriffe der vergangenen Tage hätten gezeigt, dass die Kämpfer in einigen Gegenden Widerstand leisteten.

Erste EU-Armee-Ausbilder eingetroffen

Um die malische Armee im Kampf gegen die Rebellen zu unterstützen, will die Europäische Union offiziell am 15. März eine Ausbildungsmission starten. Rund 170 Ausbilder sollen im Rahmen der sogenannten EUTM insgesamt vier Bataillone mit 650 Mann trainieren.

Die jeweils zweimonatige Ausbildung soll neben dem praktischen Training auch Aspekte wie internationales Recht und den Schutz der Bevölkerung berücksichtigen. Eine erste Gruppe von etwa 70 Ausbildern traf bereits ein. Das Kontingent besteht aus französischen, spanischen, britischen, rumänischen, schwedischen und finnischen Soldaten. Insgesamt entsenden 16 EU-Staaten und Norwegen mehr als 400 Mann in das westafrikanische Land, darunter sind auch Soldaten zum Schutz der 170 Ausbilder. Die Kosten werden von der EU auf 12,3 Millionen Euro veranschlagt.

Frankreich zieht Truppen ab

Frankreich will im März mit dem Abzug seiner Soldaten aus dem afrikanischen Land beginnen. Die Regierung in Paris bat bereits den UN-Sicherheitsrat um die Entsendung einer internationalen Friedenstruppe für die Zeit nach dem französischen Militäreinsatz.

Französische Soldaten bewachen einen Konvoi in Mali (Foto: AFP)

Frankreich will mit dem Truppenabzug bereits im März beginnen

Seit dem 11. Januar gehen die französische Truppen gemeinsam mit afrikanischen Soldaten auf Bitten der malischen Regierung gegen Islamisten vor, die im vergangenen Jahr den Norden des Landes erobert hatten. Derzeit sind in Mali fast 4000 französische Soldaten stationiert. Truppen der Westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS sollen sie ablösen.

GD/rb (afp, epd, rtr)