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Aktuell Welt

Islamisten nehmen Geiseln

Der Mali-Konflikt hat auf Algerien übergegriffen. Militante Islamisten überfielen ein Erdgasfeld und nahmen zahlreiche Geiseln. Offenbar gab es auch Tote. Die Lage ist sehr unübersichtlich.

Die Islamisten nahmen nach eigenen Angaben bei dem Überfall auf ein Gasfeld (Artikelbild) im Osten Algeriens nahe der Stadt In Amenas 41 westliche Ausländer gefangen. Bei den Geiseln handele es sich unter anderem um sieben US-Bürger sowie um Franzosen, Briten und Japaner, wurde ein Sprecher der Gruppe auf den mauretanischen Nachrichtenwebsites Agence Nouakchott und Sahara Medias zitiert. Der französischen Nachrichtenagentur erklärte ein Mann, der nach eigenen Angaben dem Entführungskommando angehört, seine Gruppe komme aus Mali und gehöre dem Terrornetzwerk Al Kaida an.

Nach Angaben eines Zeugen fordern die Geiselnehmer die Freilassung von hundert Islamisten. Die in Algerien inhaftierten Männer sollten in den Norden Malis gebracht werden, dann würden die Geiseln freigelassen, zitiert AFP einen Augenzeugen der Geiselnahme. In anderen Berichte heißt es, die Al-Kaida-Kämpfer verlangen ein Ende des französischen Militäreinsatzes in Mali. Der algerische Innenminister Dahou Ould Kablia erklärte, mit "Terroristen" werde nicht verhandelt.

Das Gasfeld an der Grenze zu Libyen wird vom britischen Energieriesen BP in Zusammenarbeit mit dem norwegische Unternehmen Statoil und dem algerischen Staatsunternehmen Sonatrach betrieben. Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenber erklärte, 13 seiner Landsleute seien von der Geiselnahme betroffen. Statoil-Konzernsprecher Lars Christian Bacher sagte, die Angreifer hätten das Feld am morgen "relativ schnell" erobert. BP sprach von einem "fortdauernden terroristischen Vorfall". Der Kontakt zu dem Feld sei extrem schwierig.

Entsprechend unsicher und widersprüchlich sind die Meldungen über die Terroraktion. So ist in einigen Berichten davon die Rede, die Geiselnehmer hätten algerische Arbeiter freigelassen und hielten jetzt noch 20 Ausländer in ihrer Gewalt. Hingegen erklärte der Chef eines auf dem Ölfeld tätigen Catering-Unternehmens, neben den westlichen Geiseln hielten die Angreifer auch 150 Mitarbeiter seiner Firma fest. Sie seien eigentlich freigelassen worden, dürften das BP-Gelände aber nicht verlassen.

wl/uh (dpa, afp, rtr, dapd)