1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

"IS" zeigt weiteren Geiselmord

Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) hat nach Medienberichten einen britischen Entwicklungshelfer vor laufender Kamera getötet. Die Extremisten veröffentlichten ein Video, das die Enthauptung der Geisel zeigen soll.

Der IS hatte mehrfach mit der Ermordung des Briten David Haines gedroht. Er sei nun als Vergeltung enthauptet worden, weil sich der britische Premierminister David Cameron an der US-geführten Koalition gegen den IS beteilige, heißt es in dem Video, wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira meldete. Auch dem auf die Beobachtung islamistischer Internetseiten spezialisierten US-Unternehmen Site lag das Video nach eigenen Angaben vor.

Das britische Außenministerium bestätigte die Existenz des Videos. Man arbeite mit Hochdruck daran, eine Aussage über die Echtheit des Bandes machen zu können, erklärte das Ministerium. Premierminister David Cameron sprach im Kurznachrichtendienst Twitter bereits von der "Ermordung" von Haines. Diese sei ein Akt "des absolut Bösen". Großbritannien werde alles tun, um die Täter zur Rechenschaft zu
ziehen.

Schon zwei US-Bürger enthauptet

Sollte sich die Echtheit der Aufnahmen bestätigen, wäre Haines das dritte westliche Opfer der Dschihadisten, das vor laufender Kamera enthauptet wurde.

Am 19. August hatte der IS ein Video ins Netz gestellt, das die Ermordung des US-Journalisten James Foley zeigte. Anfang September folgte ein Video mit der Ermordung des vor einem Jahr in Nordsyrien verschleppten Reporters Steven Sotloff.

Entführt in Syrien

Der aus Schottland stammende Haines war im März 2013 von IS-Kämpfern verschleppt worden. Der 44-Jährige war für die britische Entwicklungshilfeorganisation "Agency for Technical Cooperation and Development" (ACTED) tätig und leistete humanitäre Hilfe für Leidtragende des syrischen Bürgerkriegs. Am Ende des fünfminütigen IS-Videos, das die Enthauptung Sotloffs zeigt, war auch Haines zu sehen. Der Henker Sotloffs sprach mit britischem Akzent und drohte auch mit der Hinrichtung seines mutmaßlichen Landsmanns, wenn London die Unterstützung für den US-Militäreinsatz im Irak nicht beende.

Der IS hat in den von ihm kontrollierten Gebiet in Syrien und im Irak ein islamisches Kalifat ausgerufen. Die Sunni-Extremisten gehen mit äußerster Brutalität gegen Gegner sowiwe gegen religöse und ethnische Minderheiten vor. Den kurdischen Peschrmerga-Kämpfern im Nordirak ist es mit US-Luftunterstützung gelungen, einen weiteren Vormarsch des IS zu stoppen. Nach der Ermordung der beiden Journalisten hat US-Präsident Barack Obama eine Intensivierung des Kampfes gegen die Terrorgruppe angekündigt.

wl/wa (dpa, afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt