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Aktuell Nahost

IS-Terrormilizen erleiden schwere Verluste in Syrien

Schon seit langem versuchen die IS-Dschihadisten, den syrischen Militärflughafen Al-Tabka zu erobern. Im Gegenzug fliegt die syrische Luftwaffe vermehrt Angriffe auf die Extremisten. Diese verlieren viele Kämpfer.

Bei heftigen Gefechten um einen Militärflughafen im Osten Syriens sind in den vergangenen drei Tagen mehr als 300 Kämpfer der sunnitischen Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) getötet oder verletzt worden. Die syrische Luftwaffe habe ihre Bombardements auf die Extremisten verstärkt, sagte der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur dpa. Syrische Staatsmedien melden, seit Dienstag seien bei den Kämpfen dort mindestens 150 IS-Mitglieder getötet worden.

Allerdings gab es auch aufseiten der Regierungstruppen Verluste. Ein IS-Kämpfer habe sich am Eingang des Flughafens Al-Tabka mit einer Autobombe in die Luft gesprengt, berichtete die oppositionsnahe Beobachtungsstelle. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite liegt nicht vor. Die IS-Terroristen bemühen sich seit Tagen, das strategisch wichtige Gelände einzunehmen. Armee-Einheiten hätten seit Dienstag Scud-Raketen abgefeuert, um drei größere Angriffswellen zurückzuschlagen.

Er ist die letzte Bastion des Regimes von Präsident Baschar al-Assad in der nordostsyrischen Provinz Al-Rakka. Nach Angaben der Menschenrechtler brachten die Extremisten inzwischen Verstärkung aus der Nachbarprovinz Dair as-Saur und aus dem Irak zum Flughafen.

18 Menschen hingerichtet

Die Beobachtungsstelle berichtete zugleich, dass IS-Milizionäre im Osten Syrien an mehreren Orten mindestens 18 Menschen zur Strafe öffentlich hingerichtet hätten. Mehrere Opfer seien an zentralen Plätzen gekreuzigt worden, weil sie angeblich das Assad-Regime unterstützt hätten. Die meisten Taten wurden aus den Provinzen Al-Rakka und Dair as-Saur gemeldet, die von der Terrorgruppe fast vollständig kontrolliert werden. Die Extremisten beherrschen große Teile im Norden und Osten Syriens. Dort verhängen sie regelmäßig Strafen nach dem Scharia-Recht.

Derweil machte die Regierung in Washington deutlich, dass sie zu einer Intervention in Syrien bereit ist, sollten die USA oder US-Bürger dort bedroht sein. "Wenn wir eine Verschwörung gegen Amerikaner sehen, wenn wir irgendwo eine Bedrohung der USA sehen, stehen wir bereit, gegen diese Bedrohung vorzugehen", sagte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater, Ben Rhodes. Die Botschaft an Terroristen laute: "Wenn ihr US-Bürger angreift, werden wir euch angreifen, wo immer ihr seid."

Intervention auch in Syrien?

Rhodes betonte, dass der Kampf gegen die Extremistengruppe IS lange dauern werde. Er müsse zudem mit regionalen und internationalen Partnern geführt werden. Die Terrormiliz sei in der Region tief verwurzelt. "Es gibt sie seit zehn Jahren", fügte Rhodes hinzu. "Es wird lange Zeit dauern, sie zu vernichten." Der Berater erklärte weiter, dass eine Intervention gegen den IS sich sowohl auf den Irak als auch auf Syrien erstrecken müsse.

US-Präsident Barack Obama hatte angesichts des Vormarschs der Dschihadisten im Nordirak begrenzte Luftangriffe gegen ihre Kämpfer angeordnet, um kurdische Milizen und die irakischen Streitkräfte zu unterstützen. In Syrien hat Obama dagegen eine direkte militärische Intervention bisher abgelehnt. Die brutale Ermordung des US-Reporters James Foley durch IS-Kämpfer könnte die US-Regierung jedoch nun nach Ansicht von Beobachtern zum Eingreifen bewegen.

Verstärkung aus Europa

Die islamistischen Terror-Gruppen im Nahen Osten erhalten anscheinend weiter Zulauf aus Europa. Inzwischen seien rund 4000 junge Muslime aus ganz Europa, darunter mehr als 400 Deutsche, als Dschihadisten nach Syrien und in den Irak gegangen, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Mehrheit von ihnen - rund 2600 Kämpfer - hätten sich der IS angeschlossen. Der Rest verteile sich auf andere Terror-Gruppen wie Jabhat al-Nusra, Al-Kaida im Irak und kleinere Milizen.

In einem vertraulichen Lagebild der Sicherheitsbehörden heiße es, der "Islamische Staat" sei die derzeit "personell, finanziell und militärisch stärkste Terror-Organisation weltweit". Die Gruppe habe inzwischen rund 20.000 "überwiegend gut ausgebildete Kämpfer unter Waffen", die sich "durch ein Verhalten von äußerster Brutalität" auszeichneten. Die Brutalität der IS-Milizen ziehe weitere Sympathisanten an.

kle/pg (dpa, afp, epd)

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