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Aktuell Nahost

IS-Terrormiliz verschleppt in Syrien 400 Zivilisten

In der syrischen Stadt Deir Essor soll die Terrormiliz IS ein Massaker angerichtet und mindestens 135 Menschen getötet haben. Nach Angaben der Opposition entführte sie danach von dort mehr als 400 Zivilisten.

Die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) hat im Osten Syriens mehr als 400 Zivilisten verschleppt, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Unter den Entführten in Deir Essor seien auch Frauen und Kinder, teilte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, mit. Sie seien aus dem Vorort Al-Baghalijeh und umliegenden Gebieten entführt und in Gebiete gebracht worden, die der IS kontrolliert.

In der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz hatten IS-Kämpfer nach Angaben der Beobachtungsstelle zuvor bei einer Offensive mehr als 130 Menschen getötet, darunter mindestens 85 Zivilisten sowie rund 50 syrische Regierungssoldaten und verbündete Kämpfer. Bei den Gefechten starben den Menschenrechtlern zufolge auch 42 IS-Kämpfer. Demgegenüber berichtete die syrische Staatsagentur Sana sogar von mehr als 300 getöteten Menschen. Die meisten Opfer seien Alte, Frauen und Kinder. Nach der Meldung von Sana konnten die Soldaten des Regimes einen IS-Angriff auf Al-Baghalijeh abwehren. Dabei habe der IS "hohe Verluste" erlitten. Die Nachrichtenagentur Aamaq, die dem IS nahesteht, meldet wiederum, bei den Kämpfen seien 110 Soldaten des Regimes getötet und mindestens fünf gefangengenommen worden. Deir Essor liegt rund 450 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Damaskus.

Vorort gestürmt

Am Samstag hatte die in London ansässige Beobachtungsstelle mitgeteilt, der IS sei in den Norden von Deir Essor vorgerückt und habe den Vorort Al-Baghalijeh eingenommen. Damit kontrolliere der IS nunmehr 60 Prozent des Großraums Deir Essor. Die Beobachtungsstelle beruft sich auf ein dichtes Netz von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben können wegen der unübersichtlichen Lage in dem Konfliktgebiet von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Deir Essor und die gleichnamige syrische Provinz stehen großenteils unter Kontrolle des "Islamischen Staates", die Anhänger der Regierung kontrollieren nur noch einige Bezirke im nördlichen Teil der Stadt und den benachbarten Militärflughafen. Die Belagerung der Stadt am Euphrat begann vor etwa einem Jahr.

Karte IS-Offensive in syrischer Provinzhauptstadt Deir Essor (Grafik: DW)

Im Osten Syriens hat die IS-Miliz eine militärische Offensive gestartet

Lebensmittelhilfe von Russland

Nach Berichten über schlechte Zustände in dem Gebiet hatte ein russisches Transportflugzeug zuletzt 22 Tonnen Lebensmittel und Medizin über der Stadt abgeworfen. Bürgerrechtlern zufolge sind dort mindestens 250.000 Menschen eingeschlossen. Die Dschihadistenmiliz verhindert demnach, dass Nahrung und Arzneien auf dem Landweg in die Stadt gelangen. Laut Beobachtungsstelle tötete der "Islamische Staat" in Syrien in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als 3700 Zivilisten und über 1000 Regimekämpfer.

kle/gri (afp, dpa, ape, rtre)

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