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Aktuell Welt

IS-Terror-Regime in Falludscha vor dem Fall

Eliteeinheiten der irakischen Armee stoßen ins Zentrum der IS-Bastion vor. Die Dschihadisten leisten massive Gegenwehr. Es droht ein Häuserkampf mit großen Verlusten.

Die irakische Armee rückt nach eigenen Angaben aus drei Richtungen auf das Stadtzentrum von Falludscha vor und rechnet dort mit einem letzten großen Aufbäumen der verschanzten Dschihadisten des so genannten "Islamischen Staats" (IS). Den Soldaten und den mit ihnen verbündeten schiitischen Milizionären droht möglicherweise ein tagelanger Kampf von Haus zu Haus. Die Extremisten haben kaum Möglichkeiten auszuweichen oder zu fliehen, da die Stadt weitgehend umzingelt ist.

Erschwert wird der Vormarsch der Regierungstruppen durch Scharfschützen, Selbstmordattentäter und Sprengfallen der IS-Legionäre, sowie durch die hohe Zahl von Zivilisten zwischen den Frontlinien. Laut irakischen Kommandeuren handelt es sich bei den verbliebenen bis zu 700 IS-Söldnern um gutausgebildete und kampferprobte Gefolgsleute.

Artillerie von irakischer Armee und Milizen vor Falludscha (foto: reuters)

Artillerie von Armee und Milizen soll Weg ins Zentrum von Falludscha freischießen

Elitesoldaten der Einheit CTS, Polizeikräfte und Soldaten waren in den Morgenstunden unterstützt durch US-Luftangriffe in das nur 50 Kilometer westlich von Bagdad gelegene Falludscha eingedrungen. Eine führende Rolle bei den Kämpfen spielte nach Armeeangaben die vom Iran unterstützte schiitische Miliz Hasched al-Schaabi.

2004 war Falludscha schon einmal Schauplatz blutiger Kämpfe, als die US-Truppen dort eine ihrer schwersten Schlachten seit dem Vietnam-Krieg führten. Im Zuge der IS-Offensive 2014 war Falludscha die erste irakische Stadt, über die die Regierung in Bagdad die Kontrolle verlor.

Man erwarte jetzt "größere Fluchtwellen, je heftiger die Kämpfe werden", warnte der Irak-Direktor der Norwegischen Flüchtlingshilfe (NRC), Nasr Muflahi. Die Lage in den Flüchtlingslagern sei schon jetzt "sehr angespannt". Je mehr Menschen sich auf die Flucht begäben, desto schwieriger werde die Trinkwasserversorgung.

Neben Falludscha ist die Millionenmetropole Mossul die letzte irakische Großstadt unter der Knute des IS-Terror-Kalifats. Östlich von Mossul schlossen kurdische Peschmerga-Kämpfer am Montag eine zweitägige Offensive ab, bei der sie nach eigenen Angaben neun Dörfer vom IS eroberten.

SC/haz (afp, APE, rtr)

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