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Großbritannien

IS reklamiert U-Bahn-Anschlag von London für sich

Durch die Explosion in einem vollbesetzten U-Bahn-Waggon wurden in der britischen Hauptstadt viele Menschen verletzt. Die Fahndung läuft auf Hochtouren.

London Anschlag auf Underground Ubahn (picture-alliance/AP Photo/K. Wigglesworth)

Forensiker der Polizei am Tatort

Noch Stunden nach der Bombenexplosion in der Londoner U-Bahn herrscht an der Haltestelle Parsons Green Ausnahmezustand. Die Straßen um den Bahnhof sind weiträumig abgesperrt, Hubschrauber kreisen am Himmel. Hunderte Beamte der Anti-Terror-Einheit sind damit beschäftigt, im Eilverfahren Videomaterial und andere Beweismittel auszuwerten. Nach der Explosion einer selbstgebauten Bombe in einer Londoner U-Bahn mit mindestens 29 Verletzten sucht die Polizei mit Hochdruck nach dem oder den Tätern. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamierte den Anschlag auf der ihr nahestehenden Webseite Amaq inzwischen für sich.

"Die Fahndung läuft", sagte Bürgermeister Sadiq Khan. Ob bereits konkrete Personen im Visier der Behörden sind, dürfe er aber nicht sagen. Derweil kursieren unbestätigte Berichte über erste Ergebnisse. So meldete der Fernsehsender Sky, es sei "eine in den Anschlag verwickelte Person" identifiziert worden. Die "Birmingham Mail" wartete mit der News auf, ein mutmaßlicher Messerangreifer sei festgenommen worden.  

London Mark Rowley Scotland Yard (picture-alliance/Zuma/T. Nicholson)

Der Chef der Londoner Anti-Terror-Einheiten, Mark Rowley, mobilisierte alle zur Verfügung stehenden Kräfte

Premierministerin Theresa May berief den nationalen Krisenstab ein. Außenminister Boris Johnson rief die Briten auf, Ruhe zu bewahren. 

Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen Terrorangriff, den fünften in Großbritannien in diesem Jahr. Die Bombe in der Station Parsons Green im Südwesten Londons sei möglicherweise mit Hilfe eines Zeitzünders explodiert, hieß es bei Scotland Yard. 

Einer Katastrophe entgangen? 

Die Explosionsopfer erlitten laut Ärzten überwiegend Verbrennungen. Es sei aber keiner schwer oder lebensgefährlich verletzt, hieß es von Seiten der Rettungsdienste. Die Detonation ereignete sich gegen 8.20 Uhr Ortszeit, mitten im morgendlichen Berufsverkehr. Augenzeugen sprachen von einem lauten Knall und einer "Feuerwand", die sich in dem Waggon ausgebreitet habe. Panik habe um sich gegriffen. 

Die Menschen seien aus der oderirdischen U-Bahn-Station nach unten auf die Straße gerannt. "Wir liefen die Treppen runter, und es hat sich angefühlt, als würden wir um unser Leben laufen", sagte ein Mann namens Luke dem Sender BBC5. Eine Frau namens Emma schilderte: "Nach einer Weile stapelten sich die Menschen übereinander, weil einige beim Laufen hingefallen waren." 

London Explosion in Bahn der Underground (picture-alliance/AP Photo/F. Augstein)

Ermittlungen wegen Terrorverdachts an der U-Bahn-Station Parsons Green

Trump bei Briten abgeblitzt

US-Präsident Donald Trump handelte sich mit seinem Kommentar zu dem mutmaßlichen Anschlag den Unmut der britischen Sicherheitsbehörden ein. Trump schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Attentäter seien im Vorfeld "im Visier von Scotland Yard" gewesen. Es sei notwendig, "proaktiv" gegen die Extremisten vorzugehen, empfahl er. Die Londoner Polizei bezeichnete den Kommentar des US-Präsidenten als "nicht hilfreiche Spekulation". Nick Timothy, der frühere Stabschef von Premierministerin May, zeigte sich überzeugt, dass Trump nicht wisse, wovon er rede. 

Immer wieder London 

Bei Anschlägen sind im Königreich in diesem Jahr insgesamt 36 Menschen getötet worden. Im März war ein Attentäter auf der Londoner Westminster-Brücke mit einem Auto gezielt in Fußgänger gerast, bevor er einen Polizisten niederstach. Fünf Menschen starben. Bei einem Bombenattentat auf die Besucher eines Konzerts in Manchester im Mai kamen 22 Menschen um. Acht Menschen verloren ihr Leben bei einem Angriff auf das Londoner Ausgehviertel Borough Market und die London-Bridge. Ein Mann wurde bei einem Angriff auf Moscheebesucher Ende Juni in London getötet.

SC/jj (APE, afp, rtre, dpa)

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