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Großbritannien

Terroranschlag: Explosion in Londoner U-Bahnzug

Bei der Explosion eines Sprengsatzes in einem Londoner U-Bahn-Zug sind mindestens 18 Menschen verletzt worden. Polizei und Feuerwehr lösten Großalarm aus. Die Behörden werteten die Tat als "terroristisch".

Die Explosion geschah um 08.20 Uhr (Ortszeit, 09.20 Uhr MESZ)  an der Haltestelle Parsons Green im Südwesten der britischen Hauptstadt. Feuerwehr und Rettungskräfte eilten an den Ort des Geschehens.

Der U-Bahnverkehr dorthin wurde eingestellt. Die Polizeibehörden teilten mit, die Tat werde als "terroristischer Akt" gewertet. Nach bisherigen Berichten wurden mindestens 18 Menschen verletzt. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie Feuerwehrleute Fahrgästen aus dem Zug halfen. 

London Explosion in Underground (Reuters/H. McKay)

Bombenentschärfer vor der U-Bahnstation im Südwesten von London

Der Sprengsatz war den Berichten aus der britischen Hauptstadt zufolge selbstgebaut und hatte wohl auch einen Zeitzünder. "Ich befand mich im vorletzten Wagen", sagte ein Augenzeuge. "Ich habe so etwas wie ein Zischen gehört. Ich schaute mich um und sah, wie der ganze Wagen in Flammen geriet und diese auf mich zukamen." Eine andere Augenzeugin sagte, sie sei bei der anschließenden Massenpanik verletzt worden.

In sozialen Medien kursierte ein Bild von einem weißen Eimer, in dem sich möglicherweise der Sprengsatz befunden hat. Die Polizei bestätigte die Echtheit des Fotos zunächst nicht. 

 

Die Polizei schickte eine Spezialeinheit zur Entschärfung von Bomben an den Ort des Geschehens. In Großbritannien ist die Terrorwarnstufe hoch.

Großbritannien Explosion in der U-Bahn Pasons Green (Reuters/K. Coombs)

Spezialeinsatzkräfte der Polizei untersuchten den Explosionsort

Bei vier Anschlägen in diesem Jahr wurden 36 Menschen getötet. 2005 kamen 52 Menschen ums Leben, als britische Islamisten Selbstmordanschläge auf drei Londoner U-Bahnen und einen Bus verübten. 

Premierministerin setzt Krisentreffen an 

Premierministerin Theresa May lässt sich fortlaufend über den Stand der Ermittlungen zu dem Vorfall an der Haltestelle Parsonns Green unterrichten. Noch im Lauf des Tages will sie mit ihrem Krisenstab zusammenkommen. "Meine Gedanken sind bei den Verletzten von Parsons Green und den Rettungskräften, die erneut schnell und mutig auf einen mutmaßlichen terroristischen Vorfall reagieren", erklärte May.

Außenminister Boris Johnson rief die Bürger auf, Ruhe zu bewahren und nicht zu spekulieren. "Alle sollten ruhig bleiben und ihrem Leben so normal nachgehen wie sie können", sagte Johnson vor Journalisten.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan verurteilte den Zwischenfall: "Unsere Stadt verurteilt die widerwärtigen Individuen, die mit Terror versuchen, uns zu schaden und unsere Lebensweise zu zerstören", heißt es in einer Erklärung. London werde sich niemals vom Terror besiegen lassen.

uh/ml (rtr, dpa)

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