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Aktuell Welt

Iran stellt sich hinter Assad

Der Iran hat dem um seine Macht kämpfenden syrischen Präsidenten Assad Beistand zugesichert. Dieser will weiter mit Härte gegen die Aufständischen vorgehen. Die Kämpfe in Aleppo gehen weiter.

Der iranische Gesandte Said Dschalili sagte bei einem Treffen mit Assad in Damaskus, Syrien sei in der Region eine "unentbehrliche Säule" des Widerstandes gegen die USA und Israel. Teheran werde niemals zulassen, dass diese "Achse des Widerstandes" zerschlagen werde.

Präsident zeigt sich unerbittlich

Für Assad war das Treffen mit Dschalili der erste öffentliche Auftritt seit zwei Wochen. Der Präsident zeigte sich entschlossen, weiter mit aller Härte gegen die Aufständischen vorzugehen. Die Rebellion werde vollständig niedergeschlagen, sagte er. Der Iran ist der einzig verbliebene Verbündete des Assad-Regimes in der Nah- und Mittelostregion. Umgekehrt ist es aber genauso, denn der Iran ist international ähnlich isoliert.

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Syrische Rebellen verschleppen Iraner (05.08.2012)

Thema des Gesprächs Assad-Dschallili war auch die Verschleppung von 48 Iranern am Wochenende in der Nähe von Damaskus durch eine islamistische syrische Rebellengruppe. Die Entführer haben inzwischen bekannt gegeben, dass drei ihrer 48 Geiseln bei einem Luftangriff der Streitkräfte Assads getötet worden seien. Sollten die Angriffe fortgesetzt werden, würden auch die übrigen getötet. Die Geiselnehmer behaupten, bei den Iranern handele es sich um Milizionäre und Angehörige der iranischen Revolutionsgarden. Dem wird in Teheran entschieden widersprochen: Die Männer seien Pilger, die einen schiitischen Schrein besuchen wollten. Dschalili sagte in Damaskus, der Iran werde alle "zu Gebote stehenden Mittel" einsetzen, um die Geiseln freizubekommen.

Irans Außenminister Ali Akbar Salehi traf unterdessen zu einem Kurzbesuch in der Türkei zu Gesprächen mit seinem Kollegen Ahmet Davutoglu ein. Die Türkei verfüge über Beziehungen zur syrischen Opposition sagte Salehi bei seiner Ankunft in Ankara. Er glaube deshalb, dass Ankara eine wichtige Rolle bei der Befreiung der Pilger spielen könne. Teheran wirft der Türkei vor, die Aufständischen in Syrien mit Waffen zu unterstützen. Ankara weist dies zurück.

Vorwürfe gegen USA

Eine ähnliche Botschaft übermittelte der Iran an die USA. Die Regierung in Washington sei wegen seiner "Unterstützung terroristischer Gruppen" in Syrien und seines Transfers von Waffen in das Land für das Leben der Geiseln verantwortlich, erklärte ein Vertreter des Außenministeriums gegenüber der Schweizer Botschafterin in Teheran. Die Schweiz vertritt im Iran auch die Interessen der USA, die keine diplomatischen Beziehungen mit der Islamischen Republik unterhalten.

"Die USA und andere Länder, die die Rebellen unterstützen, versuchen, den Iran direkt in den syrischen Konflikt hineinzuziehen und ihn einer Konfrontation mit den arabischen Staaten näherzubringen", behauptet der iranische Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast

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Kampf um Aleppo

In der nordsyrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo gehen die Kämpfe mit unverminderter Härte weiter. Die Aufständischen der Freien Syrischen Armee haben dabei nach eigenen Angaben an Boden gewonnen. Die Kämpfe näherten sich immer mehr dem Zentrum Aleppos, teilte ein Aktivist der Opposition mit. In den nahe gelegenen Bezirken Bab Dschnein und Sabi Bahrat sei es zu schweren Gefechten gekommen. Auch nach Erkenntnissen der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte haben sich die Kämpfe auf weitere Teile der Stadt ausgedehnt.

In weiteren Meldungen heißt es, die Aufständischen hätten in zehnstündigen Kämpfen einen strategisch wichtigen Kontrollpunkt der Armee erobert. Die Stellung verbinde die nordöstlichen Vororte mit dem Stadtzentrum Aleppos. Nach Darstellung des staatlichen syrischen Fernsehens wurden bei den Kämpfen in Aleppo mindestens 25 Aufständische getötet. Die Rebellen hätten ein Kraftwerk in der Wirtschaftsmetropole angegriffen und seien zurückgeschlagen worden.

Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben aus den Kampfgebieten ist nicht möglich. Würde Assad die Kontrolle über Aleppo verlieren, wäre dies ein weiterer schwerer Schlag für sein Regime, das für den Westen bereits angezählt ist, nachdem Ministerpräsident Riad Hidschab am Montag aus Damaskus geflohen ist und sich der Opposition angeschlossen hat.

wl/rb (dpa, dapd, afp, rtr)

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