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Messenger-Dienst

Iran sperrt Anrufe über Messenger-App Telegram

Die Leitungen sind still: Die Justiz hat die neue Funktion für Millionen iranische Nutzer blockiert. Erst letzten Monat waren mehrere Betreiber von Telegram-Kanälen festgenommen worden.

Telekommunikationsminister Mahmud Waesi bestätigte, dass die Anruf-Funktion durch eine richterliche Anordnung gesperrt worden sei. Er sagte aber nicht, warum. "Sie sollten die Justiz nach dem Grund fragen", zitierte ihn die Tageszeitung "Schargh".

Auch der Geschäftsführer des Messenger-Dienstes, Pavel Durov, meldete sich zu Wort. "Telegram hatte schon immer Probleme mit Aufsichtsbehörden in einigen Teilen der Welt", schrieb er auf seinem Telegram-Kanal. Doch auch er sagte nichts dazu, warum die erst vor einer Woche eingeführte Funktion gesperrt wurde.

Politik?

Möglich ist, dass die Entscheidung etwa einen Monat vor den Präsidentschaftswahlen einen politischen Hintergrund hat. Telegram ist im Iran - wo soziale Medien wie Facebook, Twitter und Youtube verboten sind - eine wichtige Nachrichtenquelle und politische Diskussionsplattform. Einige der Kanäle haben mehr als eine Million Follower.

Erst vergangenen Monat hatte die als konservativ geltende Justiz zwölf Betreiber von Telegram-Kanälen festgenommen, die eher dem reformerischen Lager zugerechnet werden. Ihnen wird die Gefährdung der nationalen Sicherheit und die Verbreitung obszöner Inhalte vorgeworfen.

Protektionismus?

Möglich ist aber auch, dass die Aufsichtsbehörde mit ihrer Entscheidung die heimischen Mobilfunkbetreiber schützen will. Diese könnten durch die kostenlosen Internet-Anrufe Marktanteile verlieren. Das Telekommunikationsministerium hatte die Einführung des Funktion jedoch autorisiert.

Der moderate Präsident Hassan Rouhani kritisierte das Verhalten der Justiz, hat jedoch nur wenig Einfluss auf sie.

mrk/sti (afp)

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