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Politik

Iran beginnt mit Tests zur Urananreicherung

Der Iran verschärft den Konflikt um sein Atomprogramm: Nur drei Tage nach der Forderung der IAEA, die Urananreicherung zu stoppen, meldet Teheran, die Vorbereitungen für die Anreicherung von Uran hätten begonnen.

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Chef von Irans Atombehörde: Erfolgreiche Vorbereitungen

Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Resa Aghasadeh, erklärte am Dienstag (21.9.) in Wien, dass es erste erfolgreiche Tests zur Umwandlung von Natururan in das gasförmige Uranhexafluorid gegeben habe. Dieses Material kann in Zentrifugen so sehr konzentriert werden, dass es entweder als Brennstoff für Atomkraftwerke oder aber auch für den Bau von Atomsprengsätzen verwendet werden kann. Von mehr als 40 Tonnen an verfügbarem Natururan sei bereits einiges für die Umwandlung verwendet worden, sagte Aghasadeh. Die iranische Regierung besteht darauf, dass sie die Technik zur Urananreicherung für die Stromerzeugung benötige.

Festhalten am Atomprogramm

In Teheran zeigte sich der iranische Präsident Mohammed Chatami am Dienstag entschlossen, am Atomprogramm festzuhalten. Seine Regierung werde dafür auch ein Ende der Zusammenarbeit mit der internationale Atomenergiebehörde IAEA in Kauf nehmen, sagte Chatami am Dienstag während einer Militärparade.

Die IAEA hat den Iran am Samstag aufgefordert, alle Aktivitäten zur Anreicherung von Uran einzustellen. Die USA, die Europäische Union und Russland haben den Iran eindringlich aufgefordert, den Forderungen der IAEA nachzukommen und die Uran-Anreicherung auszusetzen. Die USA werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Der Iran weist diese Vorwürfe zurück. Sollte Teheran diese Forderung nicht bis Ende November erfüllen, könnte der IAEA-Gouverneursrat den Konflikt vor den Weltsicherheitsrat bringen. Der iranische Chefunterhändler bei der IAEA, Hassan Rowhani, hat erklärt, in diesem Fall werde der Iran die Inspektoren der IAEA nicht mehr in seine Atomanlagen lassen.

Entscheidung getroffen

Chatamis Worte vom Dienstag schienen diese Drohung zu bekräftigen. Zugleich versicherte er, das iranische Nuklearprogramm sei ausschließlich für friedliche Zwecke bestimmt. "Wir haben eine Entscheidung getroffen: ja zu friedlicher Nukleartechnologie, nein zu Atomwaffen", sagte der iranische Präsident. Die IAEA müsse das Recht des Irans auf eine friedliche Nutzung von Atomenergie anerkennen, um "den Weg für mehr Verständnis und Kooperation zu öffnen." Er deutete an, dass die Behörde entweder ihre Forderungen an den Iran zurücknehmen oder mit einem Ende der Kontrollbesuche rechnen müsse: "Wir haben unsere Entscheidung getroffen. Jetzt ist es an anderen, ihre Entscheidung zu treffen", sagte Chatami.

Der Iran hatte sich im vergangenen Jahr bereit erklärt, Inspektoren der IAEA jederzeit auch zu unangemeldeten Kontrollbesuchen in seinen Atomanlagen vorzulassen. Das iranische Parlament hat die formelle Grundlage für diese Kontrollen, ein Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag, aber noch nicht ratifiziert. (mik)

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