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Weitere Niederlage der Dschihadisten

Irakische IS-Bastion Tal Afar vor dem Fall

Die Armee im Irak sucht im Kampf gegen den "Islamischen Staat" die Entscheidung. Im Zentrum der Stadt Tal Afar weht über einer Zitadelle wieder die irakische Nationalfahne.

Nach der Vertreibung des so genannten "Islamischen Staats" (IS) aus seiner Hochburg Mossul war Tal Afar im Norden des Irak die letzte größere Stadt unter dem Terrorregime der Dschihadisten. Nach Angaben der irakischen Regierung steht nun die Eroberung dieser letzten Bastion der sunnitischen Extremisten unmittelbar bevor. "Die Befreiung der verbliebenen Stadtteile wird bald verkündet werden", teilte Außenminister Ibrahim al-Dschafari mit.   

Die Soldaten hätten das Zentrum eingenommen und inzwischen 70 Prozent Tal Afars unter Kontrolle, so al-Dschaafari in Bagdad bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian und Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly. Die Pariser Regierung unterstützt die Offensive gegen den IS unter anderem mit Artillerie. 

"So Gott will, werden die übrigen Teile Tal Afars auch bald befreit", erklärte al-Dschafari. Unter anderem sei das Viertel rund um die Zitadelle zurückerobert worden.

Irak Treffen Jean-Yves Le Drian und Ibrahim al-Jaafari (Reuters/K. Al-Mousily)

Iraks Außenminister al-Dschafari (M.) empfing aus Frankreich Verteidigungsministerin Parly (l.) und seinen Kollegen Le Drian

Der einsatzleitende General Abulamir Yarallah meldete, Eliteeinheiten hätten auf der historischen Zitadelle die irakische Nationalflagge gehisst. Das Bauwerk aus osmanischer Zeit war von Extremisten schon Ende 2014 weitgehend zerstört worden.

Tal Afar liegt an der strategisch wichtigen Verbindungsstraße zwischen der früheren Hochburg Mossul und Syrien. Die Stadt war Teil des sogenannten Kalifates, das 2014 ausgerufen wurde. Im Juni wurde Tal Afar vom Rest des IS-Herrschaftsgebietes abgetrennt, vergangene Woche hatte der Sturm auf die Stadt begonnen. 

Vor dem Krieg hatte es 200.000 Einwohner gegeben, viele flohen noch in den Wochen unmittelbar vor den aktuellen Kämpfen. Die zurückgebliebene Bevölkerung wird nach Berichten von Hilfsorganisationen und Überlebenden von den IS-Schergen mit dem Tod bedroht. Nach Einschätzung von US-Militärkommandeuren hielten sich in Tal Afar noch bis zu 2000 kampferprobte Dschihadisten und zwischen 10.000 und 20.000 Zivilisten auf.

Auch Rakka wird befreit  

Auch ihre letzte Hochburg in Syrien dürften die IS-Dschihadisten in Kürze verlieren: Unterstützt durch massive Luftangriffe der US-geführten Anti-IS-Koalition erobert das von Kurden dominierte Bündnis SDF immer mehr Teile der Stadt Rakka im Norden des Landes. Sie galt als heimliche Hauptstadt der Terrormilizionäre.   

SC/as (afpe, APE, rtr, dpa)

 

 

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